
- Rund 125 Arbeitsplätze in Warstein sollen bis Ende 2026 wegfallen.
- Etwa 50 Stellen könnten durch Renteneintritte und auslaufende Befristungen entfallen.
- Für die weiteren betroffenen Beschäftigten verhandelt die Geschäftsführung mit Arbeitnehmervertretern über sozialverträgliche Lösungen.
- An Investitionen in Warstein und dem Relaunch der Marke Warsteiner hält das Unternehmen fest.
Die Haus Cramer Gruppe will am Standort Warstein rund 125 Arbeitsplätze abbauen. Die Maßnahmen sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Neben den Personalkosten sollen auch die Sachkosten deutlich sinken, heißt es von der Gruppe.
Unternehmen spricht mit Arbeitnehmervertretern
Nach Angaben des Unternehmens könnten rund 50 Arbeitsplätze durch altersbedingte Renteneintritte und das Auslaufen befristeter Verträge wegfallen. Für die weiteren etwa 80 betroffenen Stellen laufen seit Anfang der Woche Gespräche zwischen Geschäftsführung und Arbeitnehmervertretern. Ziel seien sozialverträgliche Lösungen.
Sinkender Bierabsatz als Grund
Als Grund für die zusätzlichen Einsparungen nennt Haus Cramer den seit Jahren rückläufigen Bierabsatz. Nach Berechnungen des Unternehmens ist der Bierabsatz in Deutschland innerhalb von zehn Jahren um rund 19 Prozent gesunken. Der Absatz von Pilsbier im Handel sei um 21 Prozent zurückgegangen.
„Wir steuern jetzt gegen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens dauerhaft wiederherzustellen“, sagte CEO und CRO Bodo-Joachim Wendenburg bei einer Mitarbeitendenversammlung in Warstein.
Dazu gehöre auch, die Belegschaft an die gesunkenen Absatzmengen anzupassen.
Investitionen am Standort Warstein bleiben geplant
Trotz des Stellenabbaus hält Haus Cramer an mehreren Vorhaben fest. Noch 2026 soll eine moderne Entalkoholisierungsanlage entstehen. Eine Windenergieanlage am Standort Warstein soll im Frühjahr 2027 in Betrieb gehen. Auch der Relaunch der Marke Warsteiner soll noch 2026 starten und ab 2027 kommunikativ begleitet werden.
Brauereien unter Druck
Bereits im Mai hatte Haus Cramer angekündigt, sich von den Brauereistandorten in Herford und Paderborn zu trennen. Die Brauerei in Herford wird geschlossen und verlagert; für die Brauerei in Paderborn läuft ein Verkaufsprozess. Für die rund 220 Beschäftigten der beiden Standorte hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten einen Sozialtarifvertrag ausgehandelt.
Auch andernorts im Sauerland steht die Branche unter Druck: Die Westheimer Brauerei in Marsberg hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Der Betrieb läuft weiter. Die rund 60 Arbeitsplätze sind nach aktuellem Stand nicht gefährdet.