Waffen-Prozess unterbrochen

6 Männer wegen Waffenschieberei vor Gericht: Prozess unterbrochen.

© Polizei Hagen

Vor dem Arnsberger Landgericht mussten sich heute sechs Männer wegen Waffenschieberei verantworten. Der Prozess wurde jedoch vorzeitig unterbrochen. Der Grund: Die Gesundheit eines der Angeklagten ließe eine Weiterführung des Prozesses nicht zu, so das Gericht.

Am ersten Prozesstag wurde heute die Anklage verlesen. Daraufhin zogen sich Anwälte, Richter und Staatsanwaltschaft zu einem Rechtsgespräch zurück. Dabei wurde verhandelt, ob die Angeklagten bei einem Geständnis auf eine mildere Strafe hoffen dürfen. Das Ergebnis dieses Gesprächs wird am nächsten Verhandlungstag am 25.Oktober 2019 vorgestellt.

In Geldbörse und Thermoskanne brachte er die Waffenteile nach draußen

Im Juli 2015 soll der 47-jährige Arnsberger, der damals noch bei dem Arnsberger Waffenhersteller Umarex gearbeitet hat, mit dem Waffenschmuggel begonnen haben. Die Waffen habe er zu diesem Zeitpunkt problemlos vom Gelände bringen können, heißt es in der Anklage. Als die Firma aber ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärfte, soll der ehemalige Mitarbeiter die Pistolenteile in einer Thermoskanne und in seiner Geldbörse versteckt haben.


Mit diesen Teilen soll er dann zuhause mindestens 70 Pistolen zusammengebaut und an einen anderen Angeklagten verkauft haben. Im Gegenzug bekam er vom Käufer tausende Patronen und weitere Waffen, darunter eine Maschinenpistole. Dieser Zwischenhändler verkaufte die selbstgebauten Waffen an insgesamt vier andere Männer weiter, teilweise im Tausch gegen Munition. Einer der Männer soll in seiner Werkstatt illegal Waffen verkauft und Dekowaffen zu scharfen Pistolen aufbereitet haben. Einem anderen Angeklagten wird außerdem Drogenhandel zur Last gelegt. Während einer Durchsuchung wurden bei ihm rund 7 Kilo Marihuana und 46.000€ sichergestellt.


Der nächste der insgesamt acht Termine soll, sofern es die Gesundheit des Angeklagten zulässt, am 25.10.2019 stattfinden.

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