
Während an diesem Wochenende überall im Sauerland die traditionellen Osterfeuer brennen, bereitet sich Marsberg-Giershagen schon auf einen weiteren Brauch vor: Am Sonntag, den 19. April soll wieder die Pferdeprozession durch den Ort ziehen.
Zeichen der Dankbarkeit
Die Tradition ist einzigartig im Raum des Erzbistums Paderborn und über 300 Jahre alt. Ihre Wurzeln reichen zurück in eine Zeit großer Not. Der Überlieferung nach legten die Giershagener Bauern in der Barockzeit ein Gelübde ab, als eine verheerende Pferdeseuche ihre Existenz bedrohte. Aus Dankbarkeit entstand eine Tradition, die bis heute fortlebt.
Zwischenzeitliches Ende in den 60ern
Über Jahrhunderte hinweg wurde die Tradition bewahrt, ehe sie in den 1960er-Jahren vorübergehend zum Erliegen kam. Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft verschwanden die Pferde aus dem bäuerlichen Alltag und damit auch die Grundlage für die Prozession. Vor 30 Jahren, 1996, wurde der Brauch im Rahmen des Jubiläumsjahres des Giershagener Barockbildhauers Heinrich Papen wiederbelebt. Seitdem findet sie wieder alljährlich statt. Am Anfang war insbesondere die Unterstützung der Reitvereine Brilon und Marsberg für das Gelingen der Wiederaufnahme der Tradition maßgebend. Inzwischen beteiligen sich auch viele Reiterinnen und Reiter aus dem benachbarten Waldeck.
Ablauf der Prozession
Nach dem Gottesdienst am Sonntag, den 19. April um 9 Uhr in der Pfarrkirche setzt sich die Prozession um 10 Uhr am Kirchplatz in Bewegung. Dieses Jahr wird der emeritierte Weihbischof Hubert Berenbrinker die feierliche Pferdeweihe vornehmen.
Angeführt vom Kreuzträger und begleitet von Fahnen zieht die Reiterschar dann hinab ins Diemeltal zur Kluskirche und durch das Buchholz zurück ins Dorf. An vier Stationen wird innegehalten – zum Gebet, zum Gesang und zur Besinnung.
Wenn die Prozession schließlich wieder den Kirchplatz erreicht, klingt der Tag in geselliger Runde am Pfarrheim aus, wo der Knappenverein wie seit Jahren die Gäste bewirten wird.
Reiter und Pferde gesucht
Damit dieses einzigartige Brauchtum auch in Zukunft lebendig bleibt, braucht es Menschen, die mitmachen, heißt es aus Giershagen. Die Gemeinde lädt daher alle Pferdehalter aus Marsberg und der Umgebung herzlich ein, sich mit ihren Pferden zu beteiligen – ob im Sattel oder mit Gespann und Kutsche. Ansprechpartner für Interessierte ist Heiner Götte T.: 02991 1246.