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Überall brennen im Sauerland Osterfeuer
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Osterfeuer im Sauerland
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Überall brennen im Sauerland Osterfeuer

In Alt-Arnsberg wird das Osterfeuer erstmals von einem neuen Verein organisiert, z.T. wirkt sich die Afrikanische Schweinepest aus.

Veröffentlicht: Freitag, 03.04.2026 22:00

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Im Sauerland laufen die letzten Vorbereitungen für die traditionellen Osterfeuer. Die meisten von ihnen brennen am Ostersonntag. Die Feuer sind fester Bestandteil des Brauchtums. Sie werden meist von Schützenvereinen oder Dorfgemeinschaften organisiert. Kreisweit brennen an diesem Wochenende rund 200 Osterfeuer. Allein im Raum Schmallenberg gibt es rund 70. Dort gibt es durch die Afrikanische Schweinepest diesem Jahr mehr Auflagen. Das betrifft auch Winterberg. Einige Ortsteile liegen aktuell in der Sperrzone II, andere in der Sperrzone I sowie weitere in der sogenannten Monitoring-Zone. 

Monitoring-Zone: Altenfeld, Hildfeld, Grönebach, Niedersfeld, Siedlinghausen

Sperrzone I: Altastenberg, Elkeringhausen, Silbach, Winterberg, Züschen (oberhalb der Nuhnetalstraße)

Sperrzone II: Hoheleye, Langewiese, Lenneplätze, Mollseifen, Neuastenberg, Züschen (unterhalb der Nuhnetalstraße)

Die strengsten Beschränkungen gelten in der Sperrzone II, so die Stadt. Dort ergeben sich auch Auswirkungen auf das Abbrennen von Osterfeuern. Die Veranstalter in den betroffenen Ortsteilen mussten ihre Osterfeuer beim Veterinäramt des Hochsauerlandkreises anzeigen. Seitens des Hochsauerlandkreises werde angestrebt, dass die Veranstaltungen im Stadtgebiet Winterberg – unter Einhaltung der erforderlichen Schutzmaßnahmen – grundsätzlich stattfinden können.

Auswirkungen Afrikanische Schweinepest

Zur Eindämmung der Pest gelten besondere Vorschriften. "In Sperrzone II und im Kerngebiet gilt ein Wegegebot und Hunde müssen an der Leine geführt werden. Auch das Betreten von Wald- und Wiesenflächen ist in diesen Gebieten untersagt", so eine Sprecherin des Landesamtes für Verbraucherschutz und Ernährung NRW. 

Menschen können die Schweinepest-Erreger indirekt über kontaminierte Gegenstände wie Schuhe, Fahrzeuge, Kleidung sowie Lebensmittel übertragen. Deswegen müssten diese Dinge desinfiziert werden, wenn die betroffenen Gebiete aufgesucht worden seien, heißt es. 

Alle Besucher eines Osterfeuers im Kerngebiet seien deshalb dazu verpflichtet, desinfizierbare Schuhe zu tragen. Beim Verlassen der Veranstaltung müssten sie über eine Desinfektionsmatte oder durch eine Desinfektionswanne gehen. Auf dem Gelände muss zudem ein fester Bereich zum Toilettengang festgelegt werden. Abfälle und Essensreste dürften nicht liegen gelassen werden. Ein Osterfeuer musste mindestens drei Wochen vorher beantragt werden. Bis Mitte März wurden rund 400 Wildschweine in den Kreisen Olpe, Siegen-Wittgenstein und im HSK positiv auf die Krankheit getestet, so das Landwirtschaftsministerium. 

Die Afrikanische Schweinepest befällt ausschließlich Haus- und Wildschweine und verläuft für sie meist tödlich.

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Osterfeuer im HSK

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Osterfeuer dürfen erst kurz vor dem Abbrennen aufgeschichtet werden. Es gelten überall zahlreiche Sicherheitsauflagen. Die Waldbrandgefahr ist aktuell gering. Das größte Feuer gibt es in Arnsberg. Es wird auf dem Kreuzberg entzündet und mehrere hundert Fackelträger ziehen vorher den Berg hinauf. Das Spektakel wird von vielen Menschen verfolgt, die beispielsweise auch von der Arnsberger Altstadt aus, auf den Kreuzberg schauen. Erstmals wird das Osterfeuer dort von einem neu gegründeten Verein ausgerichtet.

In vielen Orten wie beispielsweise in Arnsberg-Bruchhausen gibt es einen Festzug mit Musik zum Osterfeuer. 13 Feuer gibt es im Stadtgebiet Arnsberg. 


Übersicht der Osterfeuer in Arnsberg am 5. April 


Arnsberg: Kreuzberg / Osterfeuerwiese, ab ca. 19.45 Uhr 

Bachum: Neheimer Straße, ab 18 Uhr 

Bruchhausen: Wiese neben Sportanlage „Am Hackeland“, ab 19.30 Uhr 

Herdringen: Oberhalb Baugebiet „Sternhelle Ost“, ab 19.30 Uhr 

Holzen: Wiese unterhalb der SGV-Hütte, ab 18 Uhr 

Hüsten: „Auf dem Kampe“, ab 20 Uhr 

Moosfelde: Zeltwiese Bürgerhaus, „Zu den Gärten“, ab 18 Uhr 

Müschede: Wendekreis „Wicheler Heide“, ab 19 Uhr 

Neheim: Wiese unterhalb Dorint Hotel, „Schwiedinghauser Feld“, bei Einbruch der Dämmerung 

Niedereimer: „Zum Eichhahn“, ab 20 Uhr 

Uentrop: Dorfstraße, bei Einbruch der Dämmerung 

Voßwinkel: Wiese „Höppen Kopp“, bei Einbruch der Dämmerung 

Oeventrop: Wiese neben altem Schwimmbecken, „In den Oeren“, ab 19.30 Uhr


In Meschede sind es mehr als 30 Feuer u.a. mehrere in Remblinghausen oder Berge. In Meschede-Remblinghausen ist am Sonntag z.B. um 19 Uhr Oster-Andacht mit Abholung des Osterlichtes für alle Osterfeuer in der Gemeinde und der Umgebung. Zum Remblinghauser Osterfeuer auf der Bracht bringen die Kinder und Jugendlichen in einem Fackelzug das Feuer auf den Berg.

In Bestwig Velmede ist das Feuer am Hainberg, auch dort gibt es einen Fackelzug, der an der Andreaskirche startet.

In Eslohe wurden beispielsweise im Vorfeld eventuell notwendige Schutzmaßnahmen wegen der ASP mit dem Kreisveterinäramt unter Berücksichtigung der jeweiligen Abbrennplätze und der Schutzzonenklassifikation abgesprochen. Da das Gemeindegebiet keine Sperrzone tangiert, mussten keine Untersagungen ausgesprochen oder tiefgreifende Auflagen erteilt werden, so die Gemeinde.


Übersicht der Brauchtumsfeuer in Sundern:

Allendorf "An der Steinert"

Altenhellefeld oberhalb des Sportplatzes

Amecke "Am Sporgsloh"

Dörnholthausen "Am Bulsen"

Endorf "Zum Bilsenberg" oberhalb der Schützenhalle

Enkhausen oberhalb der Pfingskenhütte

Hachen vor der Schützenhalle

Hagen oberhalb des Heimkewegs

Hellefeld auf der Freifläche an der L 839

Hövel "Zum Hohen Hahn"

Langscheid am Parkplatz "Echterfeld"

Linnepe "Zur Kisse" hinter der Schützenhalle

Meinkenbracht "In der Rohmke"

Seidfeld am ehemaligen Flugplatzgelände

Sundern zum neuen Friedhof

Sundern Buche-Frickenberg

Sundern Franziskus

Sundern Rotbuschweg

Sundern Bergstraße

Sundern Kaiserhöhe

Sundern Kreuzberg, Erste Station Kreuzweg

Stemel an der Grillhütte, Frankfurter Straße

Stockum unterhalb des Hochbehälters an der L 686

Westenfeld Milmke

Wildewiese unterhalb des Schomberges

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Vorschriften am Beispiel Sundern

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Im Rahmen von Brauchtumsfeuern dürfen nur unbehandeltes Holz, Baum- und Strauchschnitt sowie sonstige Pflanzenreste verbrannt werden. Das Verbrennen von beschichtetem oder behandeltem Holz (einschließlich behandelter Paletten, Schalbretter usw.) und sonstigen Abfällen (z.B. Altreifen) ist verboten. Andere Stoffe, insbesondere Mineralöle, Mineralölprodukte oder andere Abfälle, dürfen weder zum Anzünden noch zur Unterhaltung des Feuers genutzt werden. Die Feuerstelle darf nur kurze Zeit vor dem Anzünden aufgeschichtet werden, damit Tiere hierin keinen Unterschlupf suchen können und dadurch vor dem Verbrennen geschützt werden. 

Das Brauchtumsfeuer muss ständig von zwei Personen, davon eine über 18 Jahre alt, beaufsichtigt werden. Diese Personen dürfen den Abbrennplatz erst dann verlassen, wenn das Feuer und die Glut erloschen sind. Dass Feuer darf bei starkem Wind und bei extremer Trockenheit nicht angezündet werden. Es ist bei aufkommendem starkem Wind unverzüglich zu löschen. 

Das Feuer muss folgende Mindestabstände einhalten: 50 m von zum Aufenthalt von Menschen bestimmten Gebäuden/Wohngebäuden, 25 m von sonstigen baulichen Anlagen, 50 m von öffentlichen Verkehrsflächen, 10 m von befestigten Wirtschaftswegen und 100 m zum Waldrand. Abweichungen von den vorgenannten Regelungen sind im Einzelfall unter Vorlage eines Brandschutzkonzeptes möglich. (Vorschriften der Stadt Sundern)

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