Vegetarisch ernähren: Eine Diätassistentin gibt Tipps

Am 1. Oktober ist Welt-Vegetariertag. Wir haben uns mit einer Ernährungswissenschaftlerin unterhalten und sie unter anderem gefragt, ob eine vegetarische Ernährung tatsächlich gesünder ist.

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Braucht der Mensch überhaupt Fleisch? Barbara Stöckl, eine Diat- und Ernährungsassistentin aus Oberhausen, findet: "Fleisch hat einige Bestandteile, die der Mensch schon braucht. Das ist unter anderem Eisen." Auf der anderen Seite aber müsste man sich die Frage stellen, ob Fleisch gut für den Herz-Kreislauf ist. In ihrem Job beschäftigt sich Stöckl deshalb viel mit vegetarischer Ernährung.

Für sie komme es aufgrund von Massentierhaltung und diversen ökologischen Gründen nicht mehr in den Sinn, "Fleisch in den großen Mengen zu verzehren, wie es vielerorts der Fall ist." Sich vegetarisch zu ernähren ist für die Expertin definitiv eine Alternative. Vor allem aus einem Grund: "Es wurde festgestellt, dass Vegetarier allgemein einen gesünderen Lebensstil haben. Sie rauchen weniger, bewegen sich viel mehr und sind einfach aktiver."

Fehlen Vegetariern wichtige Nährstoffe?

Dass Vegetarier eventuell eine Mangelerscheinung an Eisen haben könnten, wäre aus Stöckls Sicht der einzige echte Nachteil dieser Ernährungsform. "Sie ernähren sich ja noch deutlich variabler als Veganer - essen Fisch- oder Milchprodukte." Und einen Eisenmangel könnten sie laut Stöckl auch gut ausgleichen - mit genügend Gemüse auf dem Teller: "In Kombination mit Zitrone wird die Aufnahme von Eisen durch Gemüse befördert", lautet ihr Tipp.

Wird man überhaupt satt?

Der Vorwurf vieler Fleischesser laute häufig: So ein Salatteller macht doch überhaupt nicht satt. "Der klassische Salatteller hat aber auch ausgedient", antwortet Stöckl darauf. Allein mit Hülsenfrüchten (Erbsen, Bohnen oder Linsen) könnten Vegetarier schon sehr viel erreichen. "Die haben einen hohen Sättigungswert, sind eiweißreich und können damit das Eiweiß aus tierischen Produkten ersetzen."

Ein weiterer Tipp der Diätassistentin: Auf nicht allzu bekannte Getreidearten, wie zum Beispiel Quinoa, setzen. Die enthalten ebenfalls viele gute Nährstoffe für den Körper.

Der Vorwurf mit den Kosten

Häufig sei auch zu hören, dass eine vegetarische Ernährung für viele nicht in Frage käme, da die Kosten nicht so einfach dafür zu tragen seien. Auch in diesem Punkt widerspricht Barbara Stöckl. "Wer sich vegetarisch ernähren möchte, muss nicht ökologische Läden oder Reformhäuser zurückgreifen. Es ist möglich, in den gängigen Supermärkten auf jeden Fall vernünftig und kostengünstig einzukaufen."

Trotz alledem sollten Eltern ihre Kinder laut Stöckl eher nicht vegetarisch aufziehen. Es gebe zwar bestimmte ethische oder klimapolitische Gründe, jedoch: "Aus rein gesundheitlichen Gründen ist es nicht zwingend erforderlich. Kinder sind im Wachstum, sie haben andere Herausforderungen als Erwachsene."

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