
Im vergangenen Herbst war das Schmallenberger Örtchen Lenne als Golddorf beim Landeswettbewerb von „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet worden. Neben 3.500 Euro Preisgeld bedeutete dies auch die Weiterleitung zum Bundeswettbewerb, wo sich Lenne nun mit 25 anderen Dörfern aus ganz Deutschland misst. Am Dienstagnachmittag macht sich nun eine Fachjury ein Bild vom Ort. Zwischen 14:15 Uhr und 17:15 Uhr besucht sie Lenne und lässt sich das Dorf und seine Besonderheiten zeigen. Dabei will sich Lenne als lebendiger und zukunftsfähiger Ort präsentieren.
Lenne setzt auf Gemeinschaft und Mitgestaltung
Noch bis Ende Juni ist die Fachjury in den verschiedenen Golddörfern unterwegs und bewertet unter anderem innovative Ideen, nachhaltige Dorfentwicklung, sozialer Zusammenhalt, kulturelles Leben, wirtschaftliche Tragfähigkeit sowie den Umgang mit Natur und Umwelt. Lenne setzt bei seiner Dorfbesichtigung vor allem auf bürgerschaftliches Engagement und aktive Mitgestaltung. Bei regelmäßigen Dorfgesprächen werden Ideen gesammelt und Projekte gemeinsam weiterentwickelt. Auch ein Briefkasten an der St.-Vincentius-Begegnungsstätte ermöglicht es den Menschen im Ort, unkompliziert Vorschläge einzubringen. Ortsvorsteher Michael Rickert hofft, damit die Jury überzeugen zu können:
„Wir repräsentieren den Hochsauerlandkreis, und das ist auch schon eine besondere Aufgabe. So ein bisschen nervös sind wir natürlich schon. Ich denke, das ist auch normal, weil wenn man so weit gekommen ist, und das ist ja auch nichts Alltägliches, dann ist das vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass man die Sache schon sehr ernst nimmt.“
Begegnungsstätte ist Herzstück des Dorflebens
Ein zentrales Projekt in Lenne ist die Umnutzung des früheren Pfarrheims zur St.-Vincentius-Begegnungsstätte. Nachdem die letzte Gastwirtschaft geschlossen hatte, entstand dort ein neuer Treffpunkt für Vereine, Familien und die Dorfgemeinschaft. Damit wurde ein neuer Mittelpunkt geschaffen, der das Miteinander im Ort stärkt.
Auch weitere Projekte sollen der Jury zeigen, wie Lenne Zukunft gestaltet. Dazu zählen der Mehrgenerationenspielplatz, die renovierte Pfarrkirche und das Projekt „Gartenzwerge“, bei dem generationenübergreifend gegärtnert wird. Gleichzeitig spielen Traditionen weiterhin eine wichtige Rolle. Brauchtümer wie das Klappsternsingen oder das Osterfeuer sowie das Engagement von Vereinen und Schützenwesen prägen das Dorfleben.
Schon 1997 war Lenne ein Landes-Golddorf
Für Lenne ist der aktuelle Erfolg keine Premiere. Bereits 1997 wurde der Ort auf Landesebene als Golddorf ausgezeichnet. Ein Jahr später holte Lenne auf Bundesebene Silber.
„Wir freuen uns, dass der große Tag dann auch da ist. Klar, aufgeregt ist man auch ein bisschen, keine Frage. Es ist ja auch was ganz Besonderes. Wir sind auf Bundesebene und Lenne war vor gut 30 Jahren das letzte Mal an diesem Punkt angekommen." – Michael Rickert, Ortsvorsteher
Ergebnisse Anfang Juli erwartet
Die Bewertungsergebnisse des Bundeswettbewerbs sollen am 1. Juli 2026 vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat bekannt gegeben werden. Die Auszeichnung der 26 Dörfer ist dann für den 22. Januar 2027 während der Grünen Woche in Berlin geplant. Ein weiterer Empfang beim Bundespräsidenten soll am 2. Februar 2027 folgen.