Sauerland: Sirenen heulen um 11 Uhr überall

Heute ist landesweiter Warntag - Sirenen und WarnApps werden getestet

© Feuerwehr Meschede

Beim landesweiten Warntag werden heute Sirenen und Warn-Apps in ganz NRW und damit auch bei uns auf die Probe gestellt. Denn im Gefahrenfall muss es schnell gehen. Gebäude müssen geräumt und Menschen an Sammelpunkte gebracht werden. Dabei zählen oft Sekunden. Möglichst alle müssen rechtzeitig über möglichst viele Kanäle von der Bedrohung erfahren. Um 11 Uhr soll in allen Städten und Gemeinden der Probealarm ausgelöst werden. Die Sirenen werden digital über die Kreisleitstelle des Hochsauerlandkreises ausgelöst.

Ergänzend werden die Warn-Apps „NINA“ (die Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) und „KATWARN“ per Benachrichtigung den Alarm mit einer Warnmeldung begleiten. Mit der Aktion soll getestet werden, ob alle Systeme funktionieren. Viele Kommunen bei uns machen regelmäßige Sirenenchecks, wie beispielsweise Arnsberg.

Reul hebt Wichtigkeit des Warntages hervor

NRW-Innenminister: „Das ist keine Hysterie oder Panikmache, sondern eine rationale Notwendigkeit, die im Fall der Fälle Leben rettet. Die schreckliche Hochwasserkatastrophe im letzten Sommer hat uns allen nochmal vor Augen geführt, wie wichtig das Thema Warnung ist.“ Im Jahr 2018 hatte Minister Reul den landesweiten Sirenenprobealarm eingeführt. Turnusgemäß ertönen die Sirenen in Nordrhein-Westfalen im März. Um die Bevölkerung wegen des Ukraine-Kriegs nicht zu beunruhigen und Fehlinterpretationen zu vermeiden, war der Probealarm im Frühjahr jedoch kurzfristig verschoben worden.

Für das Thema Warnung sensibilisieren

"Jede Maschine muss ab und zu geölt werden. Gleichzeitig möchten wir die landesweite Reichweite nutzen, damit die Bürgerinnen und Bürger für das Thema Warnung sensibilisiert werden und die Sirenentöne einordnen können. Unser Ziel ist, dass jeder lernt, wie er sich bei Unglücks- oder Notfällen zu verhalten hat“, so Reul. Zudem soll der landesweite Probealarm auch in Erinnerung rufen, dass die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten im Land 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche bereitstehen, um das Leben und den Besitz der Menschen zu schützen. Mehr Infos unter: https://www.im.nrw/themen/gefahrenabwehr/warnung

Bis in die 90ziger Jahre gab es viele Sirenen

Bis Anfang der 1990er Jahre gab es ein flächendeckendes Sirenennetz des Bundes. Es sollte vor möglichen Luftangriffen warnen. Es gab regelmäßige Probealarme. Nach dem Ende des so genannten Kalten Krieges verschwanden viele Sirenen. Medebach hat beispielsweise 13 Sirenen im Stadtgebiet. Standorte sind auf öffentlichen Gebäuden, wie Feuerwehrhäusern oder Schulen. Am Warntag heute werden in Brilon Radlinghausen und Esshoff keine Sirenen heulen, dort gibt es keine. Im Bedarfsfall werden dort mobile Sirenen eingesetzt, so die Briloner Feuerwehr.

Sirenen sind vor allem nachts effektiv

Sirenen sind vor allem nachts ein zuverlässiges Warnmittel, so Experten. Dann sind bei den meisten Handy, Radio oder Fernseher aus. Der Heulton einer Sirene ist davon unabhängig und soll die Bürger Tag und Nacht erreichen.

Bei der Warnung vor Gefahren hört man einen Heulton, der auf- und abschwillt. Gibt es Entwarnung ertönt ein einminütiger Dauerton. Bei einem Probealarm ist eine Kombination aus auf- und abschwellenden und Dauertönen zu hören.

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