
Durch Insektensterben steigt Interesse an Sauerländer Skulpturen
Jetzt krabbeln und fliegen sie wieder - Bienen, Hummeln, Käfer, Grashüpfer und Schmetterlinge. Wenn Bienen summen und Grillen zirpen - dann ist wieder Sommer. Für den Winterberger Metallkünstler Michael Tuss ist immer irgendwie Sommer. In seiner Werkstatt am Ruhrtalradweg in Winterberg-Niedersfeld stellt er jetzt detailgetreue Insektenskulpturen aus Metall her. Michael Tuss war schon als Kind fasziniert von Insekten und hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Jahrelang hat er als Heizungsbauer und Kaufmann gearbeitet. Vor Jahren hat er sein Leben aber umgekrempelt. Und wer Glück hat, der kann ihn sogar bei der Arbeit beobachten, wenn er zum Beispiel den Flügel für eine Libellenfigur aus Kupfer bearbeitet. Und wenn dann die Funken fliegen, ist Michael so richtig begeistert.
Michael Tuss – Spitzname „Metal-Micha“ das ist der Typ Tüftler aus dem Sauerland, der sich alles selber beigebracht hat. Mittlerweile stellt er seine Werke in ganz Europa aus. Für eine Ausstellung über das Insektensterben in Frankfurt hat der Winterberger eine vier Meter große Wildbiene aus Metall gebaut. Sie hat jetzt in der hessischen Metropole einen festen Platz im Palmengarten. In der Winterberger Werkstatt hat Michael Tuss seine Insektenskulpturen an jede Wand gehängt. Das schafft eine besondere Arbeitsatmosphäre.
Vom Kahlen Asten nach Costa Rica - Sauerländer auf Mittelamerika-Expedition
Michael Tuss war auch schon mit Wissenschaftlern auf einer Costa-Rica-Expedition. Nicht wegen der Strände, sondern wegen der Insekten. "Vor allem Spinnen, wie die Schwarze Witwe und Skorpione sind da super gefährlich," sagt der Winterberger. Aber Angst kennt Michael Tuss nicht. Im Gegenteil: die Reise hat ihn inspiriert. Er hält stets Kontakt zu den Wissenschaftlern. Im Sauerland fühlt er sich aber heimisch und unternimmt zum Beispiel lange Mountainbike-Touren durch die Region. Und zurück in der Werkstatt wird wieder geschweißt, gehämmert und gedengelt.


