
Zum Nachhören: Der Mensch dahinter
Am Berufskolleg Meschede war heute passend zum Tag der Demokratie die Initiative "Der Mensch dahinter" zu Gast. Zu den Gästen gehörten auch zwei Polizisten aus Münster. Sie sprachen mit den Schülerinnen und Schülern über Respekt vor Einsatzkräften. Die Vorträge liefen in Kooperation mit dem Mescheder Bündnis für Demokratie und Solidarität e.V. und der Konrad Adenauer Stiftung.
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Geschichten, die fassungslos machen
Im Lehrrestaurant, in der die Veranstaltung stattfindet, herrscht gespannte Stille. Das, was hier erzählt wird, scheint alle zu fesseln. Normalerweise können in diesem Raum Schülerinnen und Schüler in den Bildungsgängen Gastronomie und Nahrungsgewerbe das Kochen und Servieren erlernen. Heute stehen hier zwei Polizisten. Simon Kaminski und Nadine Kunter von der Polizei in Münster erzählen aus ihrem Berufsalltag. So wie die meisten Einsatzkräfte haben sie im Einsatz schon Gewalt und Respektlosigkeit erlebt. Nadine Kunter sagt: "Körperliche Gewalt, jeden Tag. Das ist Berufsalltag für uns".
Die beiden Polizisten sind schon lange bei der Initiative "Der Mensch dahinter" dabei, haben gemeinsam schon vor unzähligen Schülerinnen und Schülern überall in Deutschland ihre Geschichten erzählt. Kunter beschreibt das so:
Workshop statt reiner Vortrag
Die Veranstaltung versteht sich vor allem als Workshop. Während die Polizisten erzählen binden sie auch immer wieder die Schülerinnen und Schüler mit ein. Sie können, wenn sie wollen, aufstehen, sich kurz anpöbeln lassen, für einen kurzen Moment erfahren, wie sich das anfühlt, wenn jemand auf einmal sehr nah herankommt. Als es um die Gefahren von Messern geht, wird ein Schüler damit beauftragt, wann immer er möchte, die wenigen Meter zu Kaminski zu überwinden und ihm einmal auf die Schulter zu tippen. Er möchte zeigen: auch ein paar Meter Abstand sind noch zu wenig, um schnell genug selbst zur Waffe greifen zu können. Und er sagt auch: Er als Polizist führt selten Gespräche mit Menschen, die so weit weg stehen.
Zum Abschluss dürfen alle einmal mitmachen: Eine kleine Gruppe Schülerinnen und Schüler darf sich Polizeiwesten anziehen und Helme aufsetzen, eine andere kleine Gruppe bekommt Sturmhauben aufgesetzt. Sie sind der "schwarze Block", der gleich die Situation eskalieren lassen soll. Alle Anderen werden in zwei Gruppen eingeteilt: Demonstration und Gegen-Demonstration. Die wenigen Polizisten sollen jetzt irgendwie die beiden Gruppen von einander fern halten, ihre Sicherheit sicherstellen.
Die Schülerinnen und Schüler machen gut mit. Im abschließenden Gespräch berichten sie, wie schwierig es war, nicht aufzugeben. Und davon, wie schutzlos sie sich fühlten, obwohl sie wussten, dass ihnen in dieser gespielten Situation gar nichts passieren konnte. Ein Schüler sagt, dass er seine Mitschüler ja kenne und sie auch ihn, doch dass das in einer echten Situation wohl nicht der Fall wäre. Da wäre man dann nur noch ein Polizist.
Kaminski sieht genau das als den zentralen Punkt:
