
Zum Nachhören: Dachdecker-Azubis aus Tadschikistan im Sauerland
5000 Kilometer für eine Lehrstelle im Sauerland. Das ist wohl Rekord. Zwei Azubis aus Tadschikistan - das liegt in Zentralasien an den Grenzen zu Afghanistan, China und Pakistan - machen ihre Ausbildung beim Olsberger Dachdeckerunternehmen Jedamzik. Die Firma hat deutschlandweit Aufträge - fand aber keine Azubis. Keiner wollte Dachdecker werden - außer die jungen Tadschiken. Der erste von ihnen war auf die Sauerländer Ausbildungsbörse gestoßen, weil sein Bruder schon im Sauerland lebt. Das Dachdecker-Unternehmen bekommt mittlerweile mehr Bewerbungen aus Tadschikistan. Und die Lehrlinge aus Zentralasien machen sich im Sauerland bestens.
Veröffentlicht: Dienstag, 21.04.2026 08:18
Vom Germanistikstudium in Duschanbe aufs Dach im Sauerland
Der 21-jährige Muhammadjon Zoirov studierte Germanistik in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe. Im Internet stieß er auf die Sauerländer Ausbildungsbörse und das Olsberger Dachdecker-Unternehmen Jedamzik. Dort bewarb er sich um eine Ausbildungsstelle. Nach monatelangem Warten auf ein Arbeitsvisum klappt es dann schließlich. Jetzt absolviert der ehemalige Germanistikstudent aus Duschanbe auf den Dächern des Sauerlandes eine Ausbildung als Dachdecker.
Alles richtig gemacht - Dachdeckermeister mit seinen Tadschiken hochzufrieden
Arbeitswillig, pünktlich, fleißig. Die Tadschiken sind mit Begeisterung bei der Sache. "Ich bin hochzufrieden," sagt Dachdeckermeister Daniel Jedamzik. "Besser könnte es nicht laufen. Sie haben Bock auf den Job," lobt der Meister seine neuen Azubis. Mittlerweile hat er in seinem zehnköpfigen Team zwei Gesellen und wieder neuen Azubis aus Tadschikistan. Sie arbeiten selbständig auf Baustellen in ganz Deutschland. Ohne die Arbeitskräfte aus Zentralasien würde der Laden nicht laufen. Der ehemalige Germanistikstudent und Azubi Muhammadjon profitiert dabei von seinen guten Deutschkenntnissen, die er im Studium erworben hat.

