
In Sundern geht es im Haupt- und Finanzausschuss heute um die Öffentliche Badestelle am Sorpesee in Langscheid. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie es dort in der kommenden Saison weitergehen soll. Es ist auch ein Betrieb als Naturbad mit Wasseraufsicht denkbar. Aufgrund akuter Personalprobleme wurde das Strandbad in diesem Jahr erstmals – befristet und zur Probe - als „Öffentliche Badestelle“ ohne Wasseraufsicht und ohne Eintritt betrieben.
Bis 08.September kamen 27.503 Gäste, in den 3 Vorjahren waren es durchschnittlich 11.230 Gäste.
Die Besucherzahlen zeigen, dass die Badestelle – trotz fehlender Wasseraufsicht - sehr gut angenommen
wurde, so die Stadt Sundern. Der Betrieb sei insgesamt friedlich und entspannt verlaufen.
Umfrage zeigt, dass die Badestelle gut ankommt
Es wurden Fragebögen ausgelegt, um ein Meinungsbild der Gäste einzuholen. Eine große Mehrheit der Badegäste ist für eine öffentliche Badestelle. Vor allem der freie Eintritt kam bei den Badegästen sehr gut an. Zudem kamen in diesem Jahr viele Gäste „mal eben“ zum Schwimmen ins Strandbad – sei es nach einer Radtour am See oder um nach Feierabend noch kurz im See zu baden. Dies war früher nicht der Fall, heißt es.
Kostenersparnis für die Stadt
Die Öffentliche Badestelle ist danach aufgrund geringerer Personalaufwendungen und höherer Parkgebühreneinnahmen im Regelfall wirtschaftlicher, als ein Naturbad mit Wasseraufsicht und Eintritt, so die Verwaltung. Der Personalaufwand beim Naturbad mit Aufsicht liege mit 4.310 Arbeitsstunden erheblich höher, als bei der Öffentlichen Badestelle mit 1.542 Arbeitsstunden.
Im Ergebnis steige der Zuschussbedarf für das Strandbad im kommenden Jahr auf voraussichtlich 106.700 €,
sofern es als „Naturbad“ betrieben wird, bei der öffentlichen Badestelle betrage der Zuschussbedarf voraussichtlich 16.873 €, so die Berechnungen der Stadt.
Um die Sicherheit - auch bei einer öffentlichen Badestelle - zu erhöhen, wäre es möglich KI einzusetzen,
z.B. das „AquaEye“. Das ist ein handgeführtes Sonargerät, das für Ersthelfer und Wasserrettungsteams entwickelt wurde, um vermisste Personen unter Wasser schnell zu lokalisieren. Es kombiniert Sonartechnologie mit künstlicher Intelligenz (KI), um menschliche Körper unter der Oberfläche zu erkennen. Die Kosten dafür seien überschaubar, das Gerät könnte auch von der DLRG genutzt werden, so die Stadt.
Für den Betrieb als Naturbad mit Wasseraufsicht müsste im kommenden Jahr mindestens 1 Fachkraft zusätzlich eingestellt werden. Selbst dann wäre der Betrieb bei Personalausfällen, z.B. aufgrund von Krankheit,
gefährdet und das Strandbad müsste ggf. zeitweise geschlossen werden.
Zudem müssten ausreichend qualifizierte Rettungsschwimmer*innen für einen Betriebszeitraum von 3 Monaten (Juni-August) gefunden werden.
Insgesamt ist der Betrieb als Öffentliche Badestelle wirtschaftlicher und wird von der Mehrzahl der Badegäste gewünscht, so das Fazit.
Die Entscheidung wie es am Sorpesee weitergeht, fällt im Rat der Stadt Sundern.