Anzeige
Zu viel Haus? Arnsberg sucht Wohnideen für die Dörfer
Einfamilienhaus(Symbolfoto)
Teilen:

Zu viel Haus? Arnsberg sucht Wohnideen für die Dörfer

Auf den Dörfern werden viele Häuser kaum genutzt. Sauerländern steht pro Person besonders viel Wohnraum zur Verfügung

Veröffentlicht:

Anzeige

Die Kinder sind aus dem Haus, die Zimmer stehen leer: Im Sauerland wohnt oft nur ein Mensch in einem großen Ein- oder Zweifamilienhaus. Die Zahl der Einpersonenhaushalte im Hochsauerlandkreis liegt bei 40 Prozent. In Eslohe hat die durchschnittliche Wohnung rund 120 Quadratmeter Fläche, in der Stadt Arnsberg sind es 99 Quadratmeter. Die Stadt Arnsberg und die Volkshochschule Arnsberg/Sundern wollen dieses Thema jetzt aufgreifen. Heute haben die Verantwortlichen die Einzelheiten des Projekts vorgestellt.

Anzeige

Neue Wohnperspektiven im Dorf entdecken

Anzeige

Unter dem Titel „Zu viel Haus? Finden wir gemeinsam neue Lösungen im Dorf!“ geht es um eine Frage, die viele Menschen in den Arnsberger Dörfern umtreibt. Was tun, wenn das Zuhause über die Jahre zu groß geworden ist? Das Haus war lange perfekt. Jetzt macht der Garten mehr Arbeit, und manche Räume bleiben ungenutzt. Die Stadt Arnsberg und die VHS suchen jetzt nach Lösungen. Dazu läuft am Montag, den 16. November 2026, um 19 Uhr in der Schützenhalle Herdringen die Auftaktveranstaltung. Eingeladen sind alle Interessierten aus der gesamten Stadt Arnsberg.

Der Abend soll Denkanstöße geben. Mögliche Fragen:

  • Lässt sich ein Einfamilienhaus so umbauen, dass zwei Generationen darin Platz haben?
  • Können ungenutzte Räume sinnvoll vermietet werden?
  • Welche Alternativen gibt es für alle, die im vertrauten Dorf bleiben, aber kleiner wohnen möchten?
  • Welche Unterstützung braucht es, damit aus einer guten Idee eine realistische Perspektive wird?

Im Mittelpunkt stehen die Menschen und ihre Erfahrungen. Es gibt viel Raum für Fragen, persönliche Überlegungen und Austausch. „Es geht nicht darum, fertige Lösungen vorzugeben oder jemanden zum Umzug zu bewegen“, sagt Michaela Röbke. Sie ist Initiatorin des Themas und Geschäftsbereichsleiterin Stadtentwicklung. Gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern sollen Wege gefunden werden, wie sich vorhandener Wohnraum besser nutzen lässt. Gleichzeitig soll die Lebensqualität in den Dörfern erhalten und gestärkt werden.

Anzeige

Auftakt für die kommunale Wohnraumagentur

Anzeige

Der Abend ist auch der Startschuss für die „kommunale Wohnraumagentur“. Die Stadtverwaltung will eine solche Anlaufstelle in Arnsberg aufbauen. Sie soll Menschen helfen, neue Perspektiven für ihre Wohnsituation zu entwickeln. Dabei sollen Lösungen entstehen, die zu den persönlichen Bedürfnissen und zu den Gegebenheiten vor Ort passen.

Bürgermeister Ralf Paul Bittner sagt dazu: „In unseren Dörfern stehen viele Menschen vor ähnlichen Herausforderungen. Der Aufbau einer kommunalen Wohnraumagentur wird helfen, diese gemeinsam zu bewältigen. Zugleich ist das Projekt wertvoll, um unsere Dörfer durch Zusammenhalt und eine gute Lebensqualität zukunftsfest zu machen.“

Angesprochen sind alle, die sich mit dem Thema beschäftigen möchten: Eigentümerinnen und Eigentümer, Wohnungssuchende, Jung und Alt. Die Stadt und die Volkshochschule bitten ausdrücklich darum, eigene Fragen, Erfahrungen und Ideen mitzubringen. Über dem Abend steht die Frage: „Wie wollen wir wohnen - und wie können wir unsere Dörfer gemeinsam lebendig halten?“

Die Infoveranstaltung „Zu viel Haus?“ läuft am Montag, 16. November 2026, um 19 Uhr in der Schützenhalle in Herdringen. Der Eintritt ist frei.

Anzeige

Sauerländer haben viel Platz zum Leben

Anzeige

Eine durchschnittliche Wohnung ist im Sauerland rein rechnerisch 106 Quadratmeter groß und wird von 1,9 Personen bewohnt. Jeder Sauerländer hat durchschnittlich knapp 55 Quadratmeter zur Verfügung. Mit beiden Werten liegen wir Sauerländer über dem NRW-Schnitt. NRW-weit war jede Wohnung im Schnitt 92,4 Quadratmeter groß. Jedem Einwohner NRWs standen durchschnittlich 47,5 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Kreisweit haben die Esloher die größten Wohnungen, dort hat eine durchschnittliche Wohnung 120,3 Quadratmeter. In Arnsberg und Winterberg liegt der Durchschnittswert im Gegensatz zu allen anderen Sauerländer Kommunen knapp unter 100 Quadratmetern. Das zeigen die Zahlen von IT.NRW.

39,4 Prozent der Einwohner des Hochsauerlandkreises leben in einem Singlehaushalt.

Anzeige
Anzeige
Anzeige