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Wolfssichtungen im Sauerland nehmen zu
© Vereinigung der Rotwildjäger Rothaargebirge Nord
Vermutlicher Wolfsriss in Hallenberg
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Wolfssichtungen im Sauerland nehmen zu

Die Vereinigung der Rotwildjäger Rothaargebirge Nord fordert eine offene, sachliche und ideologiefreie Debatte über den Umgang mit dem Wolf im Sauerland

Veröffentlicht: Donnerstag, 12.02.2026 08:11

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Seit Monaten nehmen Wolfsichtungen und Rissfunde deutlich zu – insbesondere im Raum Bödefeld, Winterberg und Hallenberg. Landwirte, Jäger und Anwohner berichten übereinstimmend von einer spürbaren Veränderung, so die Vereinigung der Rotwildjäger Rothaargebirge Nord. Der Wolf werde zunehmend auch tagsüber und in unmittelbarer Nähe von Siedlungen beobachtet.

Vermutlicher Wolfsriss in Hallenberg

Jäger haben vergangenen Freitag im Stadtgebiet Hallenberg ein Rissfund unmittelbar neben einer Winternotfütterung entdeckt. Die zuständigen Wolfsbeauftragten des Landesamtes für Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK) waren vor Ort und entsprechende Proben wurden entnommen. Ein endgültiges Ergebnis liegt derzeit noch nicht vor, da landesweit eine hohe Zahl an Proben untersucht wird und die Kapazitäten begrenzt sind. Bis zum Abschluss der Analyse werden bewusst keine abschließenden Aussagen zur Ursache getroffen. Unabhängig davon gilt der Fundort als besonders sensibel – mit potenziell weitreichenden Folgen. Ein ortsansässiger Jäger beschreibt die Situation so:

„Wenn Wild an einer Winternotfütterung gerissen wird, verändert das schlagartig das Verhalten des gesamten Bestandes. Das Rotwild meidet diese Bereiche, obwohl es dort Nahrung findet. Hunger haben die Tiere trotzdem – und das sehen wir dann im Wald.“

Entgegen einer häufig in der Öffentlichkeit vermittelten Annahme reiße der Wolf nicht ausschließlich kranke oder schwache Tiere, so die Vereinigung der Rotwildjäger. In der Region seien auch wiederholt gesunde, kräftige Stücke festgestellt worden. Beim aktuellen Riss handelt es sich nach Einschätzung von Fachleuten um ein junges Alttier – ein mögliches Muttertier, dessen Verlust unter Umständen ein verwaistes Kalb zur Folge haben kann. Für viele Menschen vor Ort sei das ein prägendes Erlebnis, das die Diskussion nachhaltig verändert.

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Kein Platz für den Wolf?

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"Das Sauerland ist keine unberührte Wildnis, sondern eine über Generationen gewachsene Kulturlandschaft. Tourismus, Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Jagd, Naturschutz und zunehmend auch Windkraftanlagen und Freiflächenphotovoltaik beanspruchen dieselben Flächen. Diese vielfältigen Interessen lassen sich nicht unbegrenzt ausweiten, ohne Zielkonflikte zu verschärfen", so die Einschätzung der Vereinigung der Rotwildjäger.

Durch Siedlungen, Verkehrswege und intensive Nutzung hätten heimische Wildtiere große Teile ihrer natürlichen Wintereinstände verloren. Um Schäden an Forstpflanzen und landwirtschaftlichen Flächen zu begrenzen, werde das Wild mancherorts gezielt gefüttert. Werde diese notwendige Ruhe durch Rissereignisse gestört, verliert das gesamte Management an Wirkung.

Weiteres Problem: Die Anwesenheit des Wolfs kann zu einer stärkeren Rudelbildung beim Rotwild führen. Diese Verdichtung könne regional zu erhöhten Schälschäden und Verbiss führen. "Wir stehen vor der Situation, dass wir Wild weder sinnvoll lenken noch ausreichend regulieren können“, sagt der Hallenberger Jäger: „Das ist weder für den Wald noch für die Landwirtschaft eine gute Entwicklung.“

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Kulturlandschaft braucht andere Antworten als Wildnis

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Nach Ansicht der Rotwildjäger kann der Wolf in großen, zusammenhängenden Nationalparks Teil eines stabilen ökologischen Gleichgewichts sein. Das Sauerland sei jedoch keine solche Wildnis. "Die Vorstellung, Tourismus, intensive Forst- und Landwirtschaft, Naturschutz, Jagd und eine wachsende Wolfspopulation dauerhaft konfliktfrei zu vereinen, stößt zunehmend an reale Grenzen."

Viele Befürworter des Wolfs seien selbst nicht direkt betroffen. Wer jedoch Verantwortung für Tiere, Flächen oder Familien trage – oder die Risse von Wild- und Nutztieren mit eigenen Augen gesehen hat – bewerte die Situation oft differenzierter. Ältere Generationen erinnern sich noch gut daran, warum man früher froh war, dass der Wolf aus Mitteleuropa verschwunden war.

Zeit für Regulierung statt Ideologie

Die Entwicklungen im Sauerland machen deutlich: Es braucht eine offene, sachliche und ideologiefreie Debatte über den Umgang mit dem Wolf in unserer Kulturlandschaft. Andere europäische Länder haben längst funktionierende Modelle zur Bestandsregulierung etabliert. Auch hier stellt sich die Frage, wie Artenschutz, Sicherheit, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und das Leben im ländlichen Raum verantwortungsvoll in Einklang gebracht werden können.

Es geht dabei nicht um die Abschaffung des Wolfs, sondern um klare Regeln, verlässliche Zuständigkeiten und den Mut zur Regulierung dort, wo sie notwendig ist. Die Sorgen der Menschen vor Ort dürfen nicht länger überhört werden.

 

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Jäger fordern sachliche Debatte

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Vor diesem Hintergrund fordert die Vereinigung der Rotwildjäger Rothaargebirge Nord eine offene, sachliche und ideologiefreie Debatte über den Umgang mit dem Wolf in unserer Kulturlandschaft. Andere europäische Länder haben längst funktionierende Modelle zur Bestandsregulierung etabliert. Auch hier stelle sich die Frage, wie Artenschutz, Sicherheit, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und das Leben im ländlichen Raum verantwortungsvoll in Einklang gebracht werden können, heißt es in dem Statement der Sauerländer Jäger. Sie fordern klare Regeln, verlässliche Zuständigkeiten und den Mut zur Regulierung dort, wo sie notwendig ist.

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