
Bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende ist in Brilon schon seit Jahren Mangelware - und eine Entspannung ist aktuell nicht in Sicht. Besonders deutlich zeigt sich das am Wohnheim des Krankenhauses Maria-Hilf: Die Plätze dort sind heiß begehrt, die Warteliste ist lang.
Gleichzeitig steigt das Interesse an der Pflegeausbildung in Deutschland. Das ist eigentlich eine gute Nachricht, denn auch in Brilon werden dringend Fachkräfte gebraucht. Viele Bewerbungen kommen inzwischen aus dem Ausland. Gerade diese jungen Menschen brauchen zum Start aber nicht nur eine gute Ausbildung, sondern auch Hilfe bei der Wohnungssuche und beim Ankommen vor Ort, so die Stadt Brilon.
Pflegeeinrichtungen sehen ein echtes Problem
Von der Wohnungsnot betroffen ist nicht nur das Krankenhaus Maria-Hilf. Auch andere Pflegeeinrichtungen und Unternehmen in Brilon schauen mit Sorge auf die Entwicklung. Im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe des Krankenhauses werden Azubis aus verschiedenen Einrichtungen in Brilon und Umgebung ausgebildet - darunter Häuser der Caritas, des DRK und Seniorenresidenzen.
Das Problem: Viele dieser Träger könnten mehr Auszubildende einstellen, wenn ausreichend Wohnraum da wäre. Damit wird die Wohnungsfrage immer mehr zu einem echten Standortproblem. Denn jede zusätzliche Pflegefachkraft wird in Krankenhäusern, Pflegeheimen und ambulanten Diensten dringend gebraucht. Wer sich bewirbt, durchläuft laut Krankenhaus ein klares Auswahlverfahren. Dazu gehören persönliche Gespräche, Schul- oder Berufsabschlüsse, ein Sprachnachweis auf B2-Niveau sowie ein Strafregisterauszug aus dem Heimatland.
Appell an die Briloner: Freie Zimmer anbieten
Die Schulleiterin des Bildungszentrums, die Krankenhausleitung und Bürgermeister Christof Bartsch werben gemeinsam für mehr Unterstützung. Ihr Appell: Brilon könne engagierte und motivierte Fachkräfte gewinnen - wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Bürgermeister Bartsch bringt dabei eine konkrete Idee ins Spiel: ungenutzte Zimmer in privaten Häusern könnten gegen Bezahlung an Auszubildende vermietet werden. Denkbar sei auch ein Modell, bei dem die jungen Leute kleinere Aufgaben rund um Haus und Garten übernehmen. Das könne für beide Seiten ein Gewinn sein und gleichzeitig helfen, die Pflegeversorgung in Brilon zu sichern.
Wer mehr wissen will, kann sich direkt an das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe wenden: telefonisch unter 02961/780-1447 oder per Mail an claudia.hundertmark-vogel@kh-brilon.de. Dort sind auch weitere Ideen zur Verbesserung der Wohnsituation willkommen.