Wirtschaft im HSK auf Talfahrt

Konjunkturumfrage der IHK zeichnet ein düsteres Bild

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Die Unternehmen im Sauerland stecken in einer tiefen Krise. Die Konjunktur ist seit Beginn der Coronakrise auf dem Tiefpunkt angekommen, schlimmer als in der Finanzkrise 2009. Dieses Fazit hat heute der Präsident der Industrie-und Handelskammer in Arnsberg, Andreas Rother, bei der Präsentation einer aktuellen Konjunkturumfrage gezogen. Die IHK hat 577 Unternehmen in der Region befragt, wie sie ihre Lage seit Ausbruch der Coronakrise beurteilen. Danach wirken sich der Shutdown und die Corona-Beschränkungen in allen Branchen aus. Allein beim Bau läuft es noch weiter positiv, dort sei die Situation mehrheitlich „gut“ bis „befriedigend“, so die Umfrage.

Von hohen Erwartungen in tiefe Depression

Fast die Hälfte der befragten Betriebe bezeichnet die Geschäftslage zur Zeit als „schlecht“, das sind viermal so viele wie zu Jahresbeginn. Da ging man noch von weiteren Zuwächsen im Jahresverlauf aus. Zunächst hat es besonders die Gastronomie, den Tourismus, den Einzelhandel und Dienstleister getroffen. Doch in der Folge hat es dann auch den Großhandel, Verkehr und Hersteller von Verbrauchsgütern erwischt. Die Ertragslage hat sich nach eigener Einschätzung bei 56% der Unternehmen verschlechtert.

Kein Licht am Ende des Tunnels in Sicht

Der Optimismus vergangener Jahre ist den Unternehmen im Sauerland vergangen. In fast allen Branchen fällt die Erwartung für die kommenden 12 Monate negativ aus, jedes zweite Unternehmen erwartet sogar eine Verschlechterung. Die meisten Firmen fürchten die anhaltend schlechte Nachfrage im Inland, und bei 15% droht das Geld knapp zu werden. Noch zu Jahresbeginn war die Finanzierung für fast alle befragten Unternehmen kaum von Bedeutung.

Entlassungswelle droht

Der tiefe Sturz in die Coronakrise hat für die Beschäftigten der befragten Unternehmen Konsequenzen: 36% der befragten Firmen wollen die Belegschaft verkleinern, also freie Stellen nicht wiederbesetzen oder Mitarbeiter entlassen. Allein der Großhandel will unter dem Strich die Belegschaften halten. Ein Effekt dabei ist, dass der Fachkräftemangel an Bedeutung verliert. Nur noch 22% der befragten Unternehmen nennen ihn als größtes Risiko, vor Corona waren es noch 57%. Bei den Investitionen wollen sich die Unternehmen erst mal zurückhalten: es wird eher repariert als neu investiert, Arbeitsabläufe rationalisiert.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es doch

Trotz der tiefen Wirtschaftskrise durch Corona sieht die Hauptgeschäftsführerin der IHK Arnsberg, Ilona Lange, einen positiven Ansatz für die Zukunft. Die Krise sei nicht durch wirtschaftliche Prozesse entstanden, sondern habe die Wirtschaft von außen getroffen. „Unsere Unternehmen waren und sind mehrheitlich im Kern gesund. Das wird uns in der anstehenden Erholungsphase noch sehr zugute kommen!“ so Lange abschließend.

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