
Dank guter Zusammenarbeit steht der Wintersport im Sauerland auf einer soliden Basis. Das ist ein Ergebnis der Mitgliederversammlung der Wintersport-Arena Sauerland im Rathaus Winterberg. Dort ist auch die Frage diskutiert worden, wie der Wintersport im Sauerland in zehn Jahren aussieht. Die Antwort der Skigebiete: Kleine Skigebiete bleiben erhalten, die Region wächst weiter zusammen, und der Generationenwechsel gelingt.
Neuer Projektleiter, neue Aufgaben
Neuer Projektleiter der Wintersport-Arena ist Niklas Hinz. Er folgt nach 15 Jahren auf Julian Pape. Hinz ist begeisterter Skifahrer und kennt alle Skigebiete der Wintersport-Arena sehr gut. Bisher war er nebenberuflich im Wintersport aktiv, und zwar im Skiliftkarussell Winterberg und im Skigebiet Olpe-Fahlenscheid. Die Aufgaben der Wintersport-Arena haben sich stark verändert. In den Anfängen war sie vor allem eine Präsentationsplattform für den Wintersport in der Region. Außerdem kümmerte sie sich um Fördermittel für die Skigebiete. Heute sind Marketing und Kommunikation ein viel größeres Feld, vor allem wegen der Digitalisierung. Das nächste Thema steht schon an: Künstliche Intelligenz. Dabei geht es um die Frage, wie die Skigebiete in KI-gestützten Suchen gefunden werden.
Technische Beschneiung und Kooperation sind Grundlagen für weiteren Erfolg
Viel getan hat sich bei der Schneesicherheit. Den großen wirtschaftlichen Anschub brachte 2001 der Masterplan Wintersport-Arena mit dem Pilotprojekt auf der Postwiese in Neuastenberg. Danach setzten weitere Skigebiete auf technische Beschneiung. Seitdem können sich Gäste auf eine durchgehende Saison und gute Pisten verlassen und ihren Winterurlaub entsprechend planen.
Neue Techniken sind hinzugekommen. Allwetterschneeerzeuger bleiben aber bislang eine Randerscheinung. Das sind Anlagen, die Schnee auch bei wärmeren Temperaturen produzieren. Sie sind nur auf der 6 Kilometer langen Hauptachse in Winterberg im Einsatz.
Gemeinsam mehr bieten
Die Zusammenarbeit ist so wichtig wie eh und je, vielleicht sogar wichtiger. Ein gutes Beispiel sind die Ticketverbünde. Schon in den Anfangsjahren wurde die Wintersport-Arena Card geschaffen. Zu ihr gehören sieben Skigebiete in der gesamten Region. Neu dabei ist das Skiliftkarussell Winterberg. Unter dieser Dachmarke haben sich die Winterberger Liftgesellschaften zu einem Skigebiet zusammengeschlossen.
Dazu gehört: Gäste wollen online buchen, auch wenn es an der Kasse weiterhin Tickets gibt. Sie wollen ein Ticket für alle Bereiche und bequem von einem Ort zum nächsten kommen. Ein Skibus pendelt deshalb zwischen den Erlebnisbereichen. So bietet das Skigebiet eine Vielfalt, die ein Betreiber allein nie bieten könnte, bis hin zu Nischenangeboten wie dem Funpark.
Zukunft des Wintersports im Sauerland in 10 Jahren
Die Teilnehmenden des Diskussionsforums auf der Mitgliederversammlung der Wintersport-Arena Sauerland hatten eigene Vorstellungen davon, wie der Wintersport 2036 aussehen soll:
Niklas Hinz sagte: „Mir ist wichtig, dass die kleineren Skigebiete erhalten bleiben. Auch die Gebiete, die als Verein betrieben werden, möchte ich stärker einbinden. Zudem müssen wir Marketing und Digitalisierung weiter voranbringen.“
Die kleinen Skigebiete liegen auch Julian Pape am Herzen. In Neuastenberg übernimmt er nach seinem Vater die Geschäftsführung im Verkehrsverein und Aufgaben in der Liftgesellschaft. Diese betreibt die Lifte an der Postwiese im Skiliftkarussell Winterberg. Außerdem arbeitet er am Aus- und Umbau des Westdeutschen Wintersportmuseums mit. Das Museum wird neu ausgerichtet und soll in ein bis zwei Jahren fertig sein. Dann kommen Klima und Beschneiung als zusätzliche Themen dazu. „Den Wintersport in der Region wird es auch 2036 weiterhin geben - die kleinen Skigebiete bestehen und die Tradition lebt weiter“, ist Pape überzeugt.
Leonie Klante arbeitet im Familienbetrieb Klante im Skiliftkarussell Winterberg. Nach ihrem Tourismusstudium sammelte sie Erfahrung in einer Agentur für touristische Strategieberatung. „Ich hoffe, dass die Skigebiete noch weiter zusammenwachsen, auch wenn das Sich-Anfreunden Zeit braucht. Die Dachmarke Skiliftkarussell Winterberg soll wachsen, noch mehr Strahlkraft entwickeln und eine Marke sein, in der sich alle Beteiligten wiederfinden“, erklärte Klante.
Die Sicht des sportlichen Nachwuchses brachte Felix Körner aus Elleringhausen ein. Er startet als Biathlet bei nationalen Nachwuchsrennen. Er wünscht sich, dass die Region ihre Tradition im nordischen Wintersport weiterträgt. Außerdem soll sie in die Infrastruktur für junge Athletinnen und Athleten investieren.