
Dieser Winter ist für die Winterdienste im Hochsauerlandkreis eine echte Herausforderung. Bei Schnee und Glatteis sind die Mitarbeitenden von Straßenmeistereien, Bauhöfen und den mit dem Winterdienst beauftragten Unternehmen im Dauereinsatz. Für das Schneeräumen und Streuen auf den Bundes- und Landstraßen im HSK sind die Straßenmeistereien von der Regionalniederlassung Sauerland Hochstift von Straßen.NRW zuständig. Die Standorte sind in Arnsberg, Brilon, Meschede und Winterberg. Insgesamt müssen die Mitarbeitenden 1.247 Straßenkilometer von Eis und Schnee befreien. Für die 260 Kilometer sind allein im Briloner Stadtgebiet elf Fremdunternehmer mit eingesetzt. Dass die Räumfahrzeuge da nicht überall gleichzeitig sein könnten, sei klar so Straßen.NRW. Die Straßenmeistereien haben einen Wettermelder, der schon ganz früh auf den Beinen ist. Wenn es langanhaltend schneit, benachrichtigt er die Kollegen und sie nehmen ihren Dienst schon früher auf.
Winterdienst in Schmallenberg
Die Stadt Schmallenberg hat NRW-weit - abgesehen von den kreisfreien Städten - die größte Fläche. Das Stadtgebiet mit seinen über 80 Dörfern ist 303 Quadratkilometer groß. Der höchste Punkt Schmallenbergs liegt auf 831 Meter hoch, der niedrigste auf 329 Meter.
Also jede Menge zu tun für den städtischen Bauhof und die 19 beauftragten Fremdunternehmen. Zwischen 2 und 4 Uhr morgens drehen im wöchentlichen Wechsel zwei Mitarbeiter ihre Kontrollfahrten – im gesamten Stadtgebiet. Ziel: prüfen, ob Schnee und Eis den Einsatz notwendig machen.
Ab 4 Uhr morgens beginnt dann montags bis freitags die Rufbereitschaft, am Wochenende sogar ganztägig. Heißt im Klartext: Ausschlafen sieht anders aus. Wenn es besonders viel schneit, werde aus dem frühen Start sehr schnell ein sehr langer Arbeitstag – Überstunden inklusive, so die Stadt Schmallenberg.
Sind die Räumfahrzeuge erst einmal unterwegs, wartet die nächste Herausforderung: zugeparkte, enge Straßen. Gerade die großen Schlepper haben hier oft wenig Spielraum. Was auf dem Papier nach „einmal durchfahren“ klingt, ist in der Realität Millimeterarbeit – und manchmal fast unmöglich. Trotzdem geben die Fahrer der Räumfahrzeuge ihr Bestes, um die Straßen so schnell und sicher wie möglich passierbar zu machen.
Insgesamt sind 24 städtische Mitarbeiter im Winterdienst im Einsatz. Ein Großteil davon als sogenannte „Handtrupps“. Das bedeutet: schippen, streuen und sichern – von Hand, im Dunkeln, auf glatten Wegen, Treppen und Plätzen. Keine beheizte Kabine, kein Komfort, sondern körperliche Arbeit bei Wind und Wetter.
Geräumt und gestreut wird nach festgelegten Prioritäten. Zuerst sind Hauptverkehrsstraßen, verkehrswichtige Strecken mit Busverkehr, Brücken, Gefällestrecken sowie die Bereiche rund um Krankenhäuser an der Reihe.
Erst wenn diese besonders wichtigen Punkte sicher sind, folgen Verbindungsstraßen, Nebenstraßen und schließlich die Wohngebiete. Auch in Schmallenberg beschweren sich Anwohner zum Beispiel darüber, dass der Winterdienst sei zu spät gekommen ist oder die eigene Einfahrt sei zugeschoben hat. Nicht selten wird sogar eine 24/7-Räumpflicht erwartet, so die Stadtverwaltung. Sie wünscht sich von den Schmallenbergern mehr Verständnis für die Arbeit des Winterdienstes.
Winterdienst Winterberg
Auch die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs in Winterberg sind seit Wochen pausenlos im Einsatz, um die Straßen von Schnee und Eis zu befreien. Täglich beginnt der Dienst bereits um 02.30 Uhr – und das nicht nur an Werktagen, sondern auch an Wochenenden und Feiertagen. Insgesamt sind die Teams für die Räumung von rund 145 Kilometern Gemeindestraßen zuständig. Bei der Schneeräumung arbeitet der Bauhof nach einem gesetzlich festgelegten Prioritätensystem.
„Zunächst werden die wichtigen und besonders gefährlichen Gemeindestraßen abgefahren – das ist in der Rechtssprechung so vorgegeben", erläutert der Leiter der Sachgebiete Tiefbau/Bauhof Alexander Vonnahme. In Winterberg gehören dazu etwa die Bahnhofstraße, die Marktstraße oder die Hagenstraße. Im Anschluss folgen die Bereiche rund um Krankenhaus, Feuerwehr, Polizei und Altenheime. Danach sind Schulen, Kindergärten und die weiteren Straßen an der Reihe.
Frühe Räumung oft nicht mehr sichtbar
Bei starkem Schneefall erreichen die Stadtverwaltung immer wieder Hinweise von Bürgerinnen und Bürgern, dass ihre Straße noch nicht geräumt worden sei. „Hier ist jedoch zu beachten, dass die Straßen teilweise sehr früh morgens gegen 4.00 Uhr bereits einmal geräumt sind, dies aber durch anhaltenden Schneefall um 8.00 Uhr nicht mehr unbedingt erkennbar ist", erklärt Alexander Vonnahme von der Stadt Winterberg. Auch lasse es sich leider nicht immer vermeiden, dass bereits von Anwohnern geräumte Einfahrten durch den Räumdienst wieder zugeschoben werden. „Das machen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Winterdienstes, egal ob Stadt, Kreis oder Land, jedoch nicht absichtlich, sondern ist der Schneesituation geschuldet", so Vonnahme weiter.