
Die Sitzung des Winterberger Stadtrats am Donnerstagabend stand ganz im Zeichen der Haushaltsplanungen für das laufende Jahr. Bürgermeister Michael Beckmann und Stadtkämmerer Bastian Oestreich gaben in ihren Reden zur Einbringung des Haushalts 2026 einen Überblick über die aktuelle finanzielle Situation der Stadt, Herausforderungen sowie Planungen für die Zukunft. Dabei zeigte sich: Der Spielraum wird immer kleiner.
Rücklagen werden aufgebraucht
Konkret plant die Stadt für 2026 mit einem Minus von gut 4,5 Millionen Euro, das durch angehäufte Rücklagen ausgeglichen werden soll. Weil auch für 2027 ein ähnliches Szenario erwartet wird, könnten diese Rücklagen dann aufgebraucht sein, warnten Bürgermeister und Kämmerer.
„Diese Rücklagen sind unser Sparstrumpf. Und dieser Sparstrumpf ist endlich. Wenn wir ihn aufgebraucht haben, sind wir blank und müssen ans Eingemachte, an unser Eigenkapital gehen. Genau deshalb ist es jetzt notwendig, frühzeitig über Strukturen, Aufgaben und Prioritäten zu sprechen.“, Michael Beckmann, Bürgermeister der Stadt Winterberg.
Appell an Bund und Land
Die Situation der kommunalen Haushalte in den Städten und Gemeinden sei geprägt von von zahlreichen Herausforderungen wie stagnierenden Steuereinnahmen, stark steigenden Kosten für Sachaufwendungen und Personal sowie stetig neuen Erwartungen an Leistungen der Daseinsvorsorge. Diese überforderten die kreisangehörigen Selbstverwaltungsträger, so Kämmerer Oestreich. Bund und Land seien gefordert, Schaden von der kommunalen Selbstverwaltung abzuwenden.
„Die Kommunen erhalten schlicht und ergreifend eine unzureichende Finanzausstattung, um die vielfältigen und immer neuen Aufgaben bewältigen und umsetzen zu können. Daher müssen Bund & Land nachhaltig mit echter zusätzlicher Liquidität nachsteuern“, Bastian Oestreich, Kämmerer der Stadt Winterberg.
Kreisumlage soll steigen
Als eine der größten Kostentreiber nennt die Stadt die Zahllast gegenüber dem Hochsauerlandkreis aus der Kreis- und Jugendamtsumlage. Nach Angaben von Beckmann rechnet der Kreis für 2026 mit einem Minus von knapp 6,3 Millionen Euro. Um die finanzielle Situation abzumildern, wird eine Erhöhung der Kreisumlage vorgeschlagen, die bei der Stadt Winterberg zu Mehrbelastungen von fast einer Million Euro führen werde. Langfristig erwartet der Kämmerer, dass die Schulden der Stadt sich in den kommenden Jahren um rund 30 Millionen Euro auf dann gut 55 Millionen mehr als verdoppeln.
Investitionen in verschiedenen Bereichen geplant
Trotzdem will die Stadt auch 2026 in verschiedenen Bereichen investieren. Dazu zählen laut Beckmann Bildung, Sicherheit, Gesundheit, Infrastruktur und Modernisierung von Verwaltung und Betrieben. Konkret soll Geld z.B. in Schulen (z.B. in die Erweiterung des Geschwister-Scholl-Gymnasiums) und Feuerwehren fließen (etwa in ein neues Feuerwehrhaus in Neuastenberg) oder dafür ausgegeben werden, dem Ärztemangel in der Stadt entgegenzuwirken. Auch die Ehrenamtsförderung soll fortgesetzt werden.
„Jeder Euro, den wir in das Ehrenamt investieren, kommt vielfach zurück: in Zusammenhalt, in Verantwortung und in das Miteinander unserer Stadt“, so Bürgermeister Michael Beckmann.