
Wetterbilanz
Offenbach (dpa) - Im gerade zu Ende gehenden Winter hat es mehr Sonne und weniger Regen gegeben als im Schnitt. Es sei der 15. Winter in Folge gewesen, der wärmer als die Referenzperiode gewesen sei, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Die Temperatur lag laut vorläufigen Angaben im Mittel bei 1,8 Grad - und damit 1,6 Grad zu hoch.
Der Vergleich bezieht sich auf die langjährigen Winter-Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990. Da lag der Wert bei 0,2 Grad. Am kältesten war es in diesem Winter am 6. Januar in Oberstdorf im Allgäu mit Minus 21,7 Grad.
«Am trockensten blieb es im Nordosten Deutschlands»
Trotz des Schnees war der Winter laut Wetterdienst trocken. «Der Schnee bleibt halt lange liegen, aber der fällt nur ein Mal», erläuterte Meteorologe Andreas Walter. Nach ersten Auswertungen fielen rund 135 Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Das sind nur knapp 75 Prozent des Niederschlags in der Referenzperiode. Der Dezember sei besonders trocken gewesen. «Am trockensten blieb es im Nordosten Deutschlands», schrieb der Wetterdienst.
Dennoch sei es in Teilen Norddeutschlands der schneereichste Winter seit 2010 und in anderen Teilen seit 2012 gewesen. Auch vor wenigen Wochen noch hatte es in Deutschland teils heftig geschneit. Blitzeis und Glätte hatten etwa zu Unfällen geführt. An der Ostsee hatten sich Eisbrocken zeitweise zu meterhohen Bergen aufgetürmt.
Zweitsonnigster Dezember seit 1951
In der Bilanz sei es «ein sonniger Winter», schreibt der Deutsche Wetterdienst. Rund 180 Stunden lang schien laut vorläufiger Auswertung die Sonne. Der Wert lag 18 Prozent über dem Soll von 153 Stunden. 2025 habe es den zweitsonnigsten Dezember seit 1951 gegeben. «Der Februar präsentierte sich dagegen trüber und bremste den positiven Trend.»
Je nach Region haben die Menschen allerdings unterschiedliche Winter erlebt. Ein Beispiel: Baden-Württemberg war mit rund 225 Stunden das sonnenscheinreichste Bundesland. In Schleswig-Holstein gab es hingegen nur rund 135 Stunden. Im Saarland und in Nordrhein-Westfalen waren die Temperaturen mit im Schnitt 3,8 Grad deutlich milder als anderswo. In Brandenburg war es im Schnitt am kältesten – mit 0,5 Grad.
Am 1. März ist meteorologischer Frühlingsbeginn. Meteorologen teilen zu statistischen Zwecken das Jahr in vier gleich lange Jahreszeiten von je drei vollen Monaten ein. Im Unterschied dazu basieren die kalendarischen beziehungsweise astronomischen Jahreszeiten auf den tatsächlichen Sonnenständen.


