
Wie entwickelt sich die Bevölkerungsstruktur in den nächsten Jahren? Die Frage haben die Statistiker von IT.NRW untersucht und dabei vor allem für die Sauerländer Kreise eine negative Prognose ausgestellt. Im Hochsauerlandkreis etwa werden demnach bis 2050 rund 9,6 Prozent weniger Menschen leben als aktuell. Diese Entwicklung spiegelt sich auch bei der Zahl der Haushalte im Kreis wider: Gab es 2023 hier noch rund 124.900 Haushalte, werden es 2050 wohl nur noch 116.300 sein, heißt es von den Landesstatistikern.
Rückgang in allen Bereichen
Dabei auffällig: Entgegen dem Landestrend wird auch die Zahl der Einpersonenhaushalte im HSK sinken (-2,2 Prozent im Vergleich zu 2023). NRW-weit erwarten die Statistiker ein Plus von 2,1 Prozent. Auch für Haushalte mit zwei, drei oder noch mehr Personen wird ein Rückgang erwartet, bei Dreipersonenhaushalten um 14,1 Prozent, bei noch größeren Haushalten sogar um 14,5 Prozent. Noch höhere Zahlen werden nur im Märkischen Kreis und im Kreis Olpe erwartet.
Zahlen aus NRW
Im Jahr 2023 gab es in NRW rund 8,9 Millionen Privathaushalte. Bis 2070 wird landesweit ein Rückgang um 4,4 % auf 8,5 Millionen Haushalte erwartet. Damit werden in weniger als 50 Jahren rund 390.000 Haushalte in NRW wegfallen. Mit einem Minus von 9,9 % wird bei Dreipersonenhaushalten für das Jahr 2070 der stärkste Rückgang gegenüber 2023 erwartet. Bei Vier- und Mehrpersonenhaushalten ist von einer Verringerung um 9,0 % auszugehen. Für die Zahl der Einpersonenhaushalte wird ein Absinken um 1,9 % und für die Zweipersonenhaushalte um 3,7 % erwartet.
In fast allen Kreisen und kreisfreien Städten wird bis zum Jahr 2050 ein Rückgang von Haushalten mit drei und vier oder mehr Personen erwartet. Mit Anstiegen ist bei den Dreipersonenhaushalten in Mönchengladbach und bei den Vier- und Mehrpersonenhaushalten in Gelsenkirchen, Herne und ebenfalls in Mönchengladbach zu rechnen. Bei Einpersonenhaushalten ist in 32 kreisfreien Städten und Kreisen, also bei mehr als der Hälfte, von einer Zunahme bis 2050 auszugehen. Bei den Zweipersonenhaushalten trifft das mit 18 kreisfreien Städten und Kreisen lediglich auf etwa ein Drittel zu.
Vor allem ältere Menschen in kleinen Haushalten
Die meisten Menschen, die 2023 in Einpersonenhaushalten lebten, waren 80 Jahre und älter. Dabei war die Zahl der Frauen in dieser Altersklasse fast viermal so hoch wie die der Männer. Die Altersgruppe der 80-Jährigen und Älteren ist es auch, die bis zum Jahr 2070 den größten Zuwachs innerhalb der Einpersonenhaushalte verzeichnen wird. Der Zuwachs bei den Männern wird dabei mit 46,8 % größer ausfallen als bei den Frauen mit 18,6 %. In den Altersgruppen unter 70 Jahren werden 2070 etwa gleich viele oder weniger Personen in Einpersonenhaushalten leben als 2023. Insbesondere ist mit Rückgängen von Alleinlebenden im mittleren und höheren Erwachsenenalter zu rechnen, die bei Männern im Alter von 50 bis unter 60 Jahren (–19,4 %) und Frauen im Alter von 60 bis unter 70 Jahren (–17,1 %) am stärksten ausfallen werden.