
Jeden Tag eine lautstarke Dröhnung aufs Ohr - damit steigt die Wahrscheinlichkeit später schwerhörig zu werden. Die AOK NordWest gibt heute am Welttag des Hörens Tipps, wie Risikofaktoren minimiert werden können. Wer in seiner beruflichen Tätigkeit starkem Lärm ausgesetzt ist, sollte einen guten Gehörschutz tragen. Auch in der Freizeit ist ein schonender Umgang mit dem Gehör wichtig. Die Lautstärke am Fernseher oder der Musikanlage sollte nicht zu laut aufgedreht werden, vor allem nicht mit Kopfhörern. Lärm bei Konzerten oder bei handwerklichen Tätigkeiten im Haushalt kann mit Ohrstöpseln abgedämpft werden.
Im Alter lässt das Gehör nach
Im Alter schlechter zu hören, ist nicht ungewöhnlich. Untersuchungen zeigen, dass etwa ein Drittel der über 65-Jährigen eine Altersschwerhörigkeit aufweist. Im Hochsauerlandkreis leben allein 1.249 AOK-Versicherte, die im Jahr 2024 mit einer Hörhilfe versorgt worden sind. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest hervor. Insgesamt gab die AOK im Jahr 2024 im Hochsauerlandkreis mehr als 1.572.000 Euro für Hörhilfen aus. Untersuchungen zeigen, dass etwa ein Drittel der über 65-Jährigen eine Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis) aufweist. Dabei kann das Gehör leicht eingeschränkt sein bis zur kompletten Gehörlosigkeit. Die Altersschwerhörigkeit entsteht häufig durch eine Kombination verschiedener Ursachen. Mit zunehmendem Alter kommt es zu einem Verschleiß der Sinneszellen im Innenohr, den sogenannten Haarzellen. Aber auch der Hörnerv und das Hörzentrum werden durch den Alterungsprozess beeinträchtigt. Negative Einflussfaktoren sind neben der erblichen Veranlagung vor allem anhaltender Lärm, der die Ohren belastet, oder Medikamente, die sich schädlich auf das Ohr auswirken können. „Die nachlassende Hörkraft im Alter fällt den Betroffenen zu Anfang häufig gar nicht auf, da die Veränderungen in der Regel langsam erfolgen“, so Schneider. Zunächst ist ein hoher Frequenzbereich betroffen. Mit der Zeit breitet sich die fehlende Wahrnehmung auf immer mehr Frequenzbereiche aus. Betroffenen fällt es dann immer schwerer, einem Gespräch zu folgen, da sie nur noch ‚Wortfetzen‘ mitbekommen. Weitere Anzeichen für einen beginnenden Hörverlust: Betroffene sprechen selbst lauter und haben insbesondere bei lauten Umgebungsgeräuschen Probleme, Worte klar und deutlich zu verstehen.
Was tun bei Schwerhörigkeit im Alter?
Eine Altersschwerhörigkeit kann eine große Belastung sein. Nicht selten ziehen sich Betroffene aus dem sozialen Leben zurück, weil es ihnen unangenehm ist, dass sie Gesprächen nicht mehr folgen können. Eine Praxis für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO) ist die richtige Anlaufstelle. „Wird eine Altersschwerhörigkeit diagnostiziert, ist es wichtig, die Ohren frühzeitig mit Hörhilfen zu unterstützen, denn sie erfüllen viele wichtige Aufgaben - sei es im sozialen Miteinander, bei der Orientierung im Straßenverkehr oder auch beim Erhalt der mentalen Fähigkeiten“, so Schneider. Einige Studien deuten sogar darauf hin, dass sich die geistige Leistungsfähigkeit bei unbehandelter Schwerhörigkeit langfristig verschlechtern kann. Ein Hörgerät erleichtert den Alltag und verbessert die Lebensqualität. Es sorgt dafür, dass Schallwellen, die auf Ihr Ohr treffen, ins Innenohr befördert werden. Wichtig ist auch, offen mit der Schwerhörigkeit umzugehen. Wenn Angehörige und Freunde das Problem kennen, können sie mit einfachen Gesprächsregeln (Abstand verkleinern, langsam und deutlich sprechen) besser darauf eingehen, so dass der Betroffene dem Gesprächsverlauf besser folgen kann. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für medizinisch notwendige Hörgeräte bis zu einem Festbetrag. Diese müssen durch einen Arzt verordnet werden.