
Die deutschlandweite Krise der Brauerein trifft auch die Warsteiner Brauerei mit Wucht. Ende August hat die Haus-Cramer-Gruppe als Reaktion darauf bereits die Herforder Brauerei geschlossen. Heute Nachmittag geht es um die Zukunft der Paderborner Brauerei, die auch Warsteiner gehört.
Bei einer Mitarbeiterversammlung will Chefmanager Bodo-Joachim Wendenburg nach dpa-Informationen berichten, ob die Gespräche mit potenziellen Investoren abgeschlossen sind. Mehr als 100 Beschäftigte warten damit wenige Wochen vor Weihnachten auf Klarheit, ob der Betrieb im neuen Jahr überhaupt noch läuft.
Drei Szenarien - vom Verkauf bis zur Schließung
Für die Belegschaft kommen derzeit drei Möglichkeiten in Betracht: Der Verkauf der Brauerei ist beschlossen, es steigt kein Investor ein und die Schließung steht fest - oder die Investorengespräche dauern an und es fällt keine Entscheidung.
Hintergrund ist eine Ankündigung aus dem Mai: Der Warsteiner-Konzern hatte damals mitgeteilt, seine Brauerei in Herford im zweiten Halbjahr 2026 zu schließen und sich von der Paderborner Brauerei zu trennen. Sollte ein Verkauf in Paderborn nicht gelingen, wollte das Unternehmen den Betrieb dort zum Jahresende einstellen. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warf dem Management daraufhin Wortbruch vor.
Ende Juli gab die NGG dann den Abschluss eines Sozialtarifvertrags für die 220 betroffenen Beschäftigten in Herford und Paderborn bekannt - verbunden mit Abfindungen. Sollte der Verkauf der Paderborner Brauerei scheitern, würden frühestens im November Kündigungen verschickt, hieß es damals.
Auch am Stammsitz in Warstein baut die Brauerei bis zum Jahresende 125 Arbeitsplätze ab. Das hatte Warsteiner von ein paar Wochen bekannt gegeben.
Die Versammlung in der Paderborner Brauerei ist für heute Nachmittag angesetzt, bestätigte eine Sprecherin des Konzerns. Zuvor hatte die „Neue Westfälische" darüber berichtet.