
Als Reaktion auf den von den Arbeitgebern geforderten Reallohnverzicht für die bundesweit 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ruft die IG Metall Arnsberg zu Warnstreiks auf. Die Warnstreikaktionen finden bei der IG Metall Arnsberg ab heute in unterschiedlichen Betrieben statt. Im Rahmen der Warnstreiks sind auch Kundgebungen geplant. Den Anfang machen die Betriebe aus Warstein: Aufgerufen sind Mitarbeiter folgender Betriebe: Infineon AG, Infineon Bipolar, AEG, Siepmann, Jungeblodt und Esser. Im Laufe der Woche werden weitere Warnstreiks stattfinden. Von den Streiks betroffen sind Betriebe von Warstein bis Neheim, so die IG-Metall.
„Die Beschäftigten sorgen jeden Tag mit ihrer Arbeit für den Erfolg ihrer Unternehmen. Statt einer Anerkennung sollen alle nun Reallohnverluste hinnehmen. Das ist weder gerecht noch wirtschaftlich sinnvoll. Mit unserem Warnstreik machen wir deutlich: Die Menschen erwarten ein faires Angebot, das ihre Leistung anerkennt, sowie Kaufkraft und Zukunft sichert“, so Carmen Schwarz, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Arnsberg
Erstes Tarifpaket abgelehnt
Die IG Metall hat den Arbeitgebern ein Tarifpaket unterbreitet, das laut Gewerkschaft die unterschiedlichen wirtschaftlichen Lagen berücksichtigt. Gefordert werden fünf Prozent höhere Gehälter, die tarifliche Sicherung von Arbeitsplätzen und eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Boom-Unternehmen. Die Arbeitgeberverbände boten dagegen vergangene Woche eine streichbare Einmalzahlung im Juli 2027 und 1,3 Prozent höhere Gehälter ab Juli 2028 an. Die bisherige Offerte der Arbeitgeber würde auf deutliche Kaufkraftverluste hinauslaufen. Carmen Schwarz: „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten braucht es Lösungen, die Beschäftigung sichern und den Menschen Perspektiven geben. Wer den Beschäftigten Geld entzieht, schwächt auch die Nachfrage und damit die wirtschaftliche Entwicklung. Wir brauchen tarifliche Lösungen für alle Betriebe, egal ob sie aktuell vor Herausforderungen stehen oder gute Geschäfte machen.“ Die Beschäftigten aus den tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie in unserer Region schließen sich damit den bundesweiten Warnstreikaktionen der IG Metall an. Die Gewerkschaft rechnet mit einer hohen Beteiligung. Carmen Schwarz: „Die Stimmung in den Betrieben ist eindeutig. Viele Kolleginnen und Kollegen haben kein Verständnis dafür, dass die Arbeitgeber die wirtschaftliche Belastung einseitig auf die Beschäftigten abwälzen wollen. Mit dem Warnstreik setzen wir ein klares Signal: Wir erwarten schleunigst Bewegung von den Arbeitgebern am Verhandlungstisch.“