
Mit dem Ende der Löschmaßnahmen werden die Ausmaße des Einsatzes immer deutlicher, so die freiwillige Feuerwehr Marsberg. "Besonders wichtig: Es entstand kein Schaden an Personen und Wohngebäuden", so ein Sprecher. 35 Hektar Wiesen- und Waldfläche waren insgesamt von dem Feuer bei Helminghausen betroffen.
Feuer hat sich schnell ausgebreitet
Am frühen Nachmittag hat der Einsatz in Helminghausen zunächst mit dem Alarmstichwort „Flächenbrand mit Ausbreitungsgefahr; brennt Feld“ begonnen. Vor Ort waren die Einsatzkräfte mit einem sich sehr
schnell ausbreitenden Flächenbrand konfrontiert, die Rauchentwicklung war von weitem erkennbar . Während nah gelegene Wohngebäude schnell geschützt werden konnten, breitete sich das Feuer rasant in
ein Waldstück aus, darüber dann in den so genannten Remstoß, einem Pass zwischen Helminghausen und Messinghausen. Starker Wind aus immer wieder wechselnden Richtungen machte das
Ausbreitungsverhalten nicht kontrollierbar, heißt es. Die extrem hohen Temperaturen von weit über 30°C haben die Einsatzkräfte außerdem enorm belastet.
Verstärkung nötig
Der Waldbrand hat direkt einen massiven Personalansatz gefordert. Vollalarm wurde für die gesamte Feuerwehr der Stadt Marsberg ausgelöst. Auch die vorgeplanten überörtlichen Löschzüge der Städte und Gemeinden des Hochsauerlandkreises wurden hinzugezogen. Einsatzkräfte aus der GemeindeDiemelsee und der Stadt Bad Arolsen waren ebenfalls vor Ort. Trotzdem war klar, dass die eigenen Einsatzkräfte aus Stadt und Kreis bei weitem nicht ausreichten und der Einsatz mehrere Tage andauern
würde, so die freiwillige Feuerwehr Marsberg. Mehrere Einsatzabschnitte wurden gebildet, um die Brandbekämpfung, Wasserversorgung, Nachschub und Versorgung der Einsatzkräfte zu organisieren. In Bredelar wurde zum Beispiel ein Bereitstellungsraum eingerichtet. Neben der Feuerwehr wurden auch Einheiten des THW, des Deutschen Roten Kreuzes und des Malteser Hilfsdienstes alarmiert. Die Brandbekämpfung hat sich auf das betroffene Waldstück nördlich von Helminghausen und dem Remstoß zwischen Helminghausen und Messinghausen konzentriert. Riegelstellungen zu Wohngebieten und anderen Gebäuden wurden aufgebaut, so dass keine Häuser zu Schaden kamen.
Wasserversorgung durch viele Kräfte und moderne Technik sichergestellt
Die Wasserversorgung ist in den ersten Stunden über Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen der Feuerwehren aus dem gesamten HSK und dem Kreis Paderborn sowie aus Warburg und aus Willingen erfolgt. Örtliche Landwirte haben mit zahlreichen Güllefässern unterstützt und waren ebenfalls in den Pendelverkehr eingebunden. Bis zur Abenddämmerung unterstützte ein Löschhubschrauber die Brandbekämpfung aus der Luft, das Löschwasser wurde aus dem Diemelsee entnommen. Dies wurde gesichert und organisiert von der DLRG und Feuerwehren aus Bad Arolsen und Bad Wünnenberg. Für die Bevölkerung wurden Warnmeldungen herausgegeben. Bürgermeister Matthias Koch, dessen allgemeiner Vertreter Klaus Rosenkranz, das Ordnungsamt, Mitarbeiter der Stadtwerke sowie des Betriebshofes waren vor Ort, um die Einsatzablauf von Seiten der Stadt zu unterstützen. Weil gleichzeitig auch in Sundern-Stemel ein großer Waldbrandeinsatz seit dem Vortag lief, trat die
Einsatzleitung des Hochsauerlandkreises zusammen, über die im Verlauf des Einsatzes dann die Nachforderungen koordiniert wurden.
Um den großen Bedarf an Einsatzkräften und Material stellen zu können, wurde auf vorgeplante Landeskonzepte zurückgegriffen, die dann nach und nach in den Einsatz gebracht wurden. Davon betroffen: Die so genannten Wasserförderzüge, deren spezielle Technik es erlaubt, große Mengen Löschwasser über mehrere Kilometer Wegstrecke zu fördern. Diese wurden vom Land NRW beschafft und landesweit verteilt. Das Problem: Ein Großteil dieser Systeme war bereits bei den Einsätzen in Sundern, im Kreis Düren, in der Eifel und am Möhnesee gebunden. Erst in den späten Abendstunden konnte mit drei solcher HFS-Systeme aus Düsseldorf, Krefeld und Emmerich am Rhein eine Wasserversorgung aus dem Diemelsee aufgebaut werden.
Bezirksbereitschaften zur Unterstützung
Neben den Wasserförderzügen wurden die so genannten Bezirksbereitschaften der Feuerwehr für die Einsatzmaßnahmen angefordert. Jede Bezirksregierung stellt dazu aus ihren Kreisen und kreisfreien Städten mehrere solcher Bezirksbereitschaften zusammen. Jede einzelne solche Bezirksbereitschaft umfasst 140 Einsatzkräfte, zusammengefasst in fünf Löschzüge und eine zugehörige Führungseinheit. Da der Brand in Marsberg nur einer von mehreren Waldbränden in NRW war, haben sich die
Anforderungswege bis ins Innenministerium erstreckt, so die Freiwillige Feuerwehr Marsberg. Daher rückten seit Donnerstagabend Einsatzkräfte aus ganz NRW nach Marsberg an, um den enormen Personalbedarf decken zu können. Einsatzkräfte aus Dortmund, Bochum, Düsseldorf, den Kreisen Münster, Paderborn, Höxter, Warendorf und dem Ennepe-Ruhr-Kreis waren vor Ort. Aufgrund der hohen Anzahl an Einsatzkräften ist diese Auflistung womöglich nicht vollständig, so die Feuerwehr. Am Samstag waren mehrere Bereitschaften aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg und dem Schwalm-Eder-Kreis aus Hessen vor Ort im Einsatz.
Die genaue Anzahl an Einsatzkräften dürfte aktuell nur zu schätzen sein, auszugehen ist von 2000 Einsatzkräften, die vom 13.8. - 16.8.2026 vor Ort waren, von Feuerwehr, THW, DLRG, Bergwacht und den Hilfsorganisationen.
Um die ca. 2.000 Einsatzkräfte bei Helminghausen verpflegen zu können, wurde in der Helminghauser Schützenhalle eine Versorgungsstelle eingerichtet. Hierzu musste ein Ferienlager, das eigentlich in der der Schützenhalle stattfinden sollte, kurzerhand in die Obermarsberger Schützenhalle verlegt werden. Am Sonntag konnten bereits umfangreiche Aufräumarbeiten beginnen. Die HFS-Systeme sind da bereits für die Einsätze in der Eifel und im Kreis Düren eingeplant gewesen. Das Feuer war bereits seit
Freitag um 10.00 Uhr unter Kontrolle; die Rückmeldung „Feuer aus“ ging Sonntag Abend gegen 20.15 Uhr bei der Leitstelle ein. Offiziell beendet war der Einsatz am 17.8.2026 um 18.00; zuvor hatte die Löschgruppe Padberg letzte Glutnester abgelöscht.
Wehrleiter Cyrill Stute und Bürgermeister Matthias Koch bedanken sich ausdrücklich bei allen eingesetzten Kräften für ihr Engagement. In den Dank beziehen sie auch die Einwohnerinnen und Einwohner von Helminghausen mit ein, die an vielen Stellen durch ihre Mithilfe zum Gelingen des Einsatzes beigetragen haben.




