Anzeige
Waldbrände haben Wald um Jahre zurückgeworfen
© Feuerwehr Sundern
Teilen:

Waldbrände haben Wald um Jahre zurückgeworfen

Nach den Waldbränden im Sauerland: So geht es mit den zerstörten Flächen weiter

Veröffentlicht:

Anzeige

Eine schlimme Woche nicht nur für Feuerwehrleute und Waldbesitzer: Zwischen dem 10. und 16. August haben im Sauerland große Waldbrände gelodert. Zuerst in Olsberg-Bigge, dann sind weitere Feuer in Sundern-Stemel, am Möhnesee und in Marsberg-Helminghausen ausgebrochen. Feuerwehren aus dem Hochsauerlandkreis, den Nachbarkreisen und ganz NRW sind rund um die Uhr im Einsatz gewesen. Allein beim Brand in Helminghausen sind rund 35 Hektar Wald vernichtet worden.

Radio Sauerland hat nachgefragt, wie es jetzt mit den betroffenen Flächen weitergeht.

Anzeige

Staatsforst wird neu bepflanzt, private Flächen haben andere Zuständigkeiten

Anzeige

Im Staatforst sollen nach den Waldbränden neue Bäume gepflanzt werden. Auf anderen betroffenen Flächen - etwa in Olsberg-Bigge und Marsberg-Helminghausen liegt die Entscheidung dagegen bei den jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümern. In Olsberg sind nach Angaben der Behörde rund 2,6 Hektar, in Marsberg etwa 35 Hektar Wald verbrannt. Ein Großteil gehört der Stadt Marsberg.

Die Brandflächen am Möhnesee und in Sundern-Stemel gehören zum Staatsforst. Dort sind zusammen rund sechs Hektar Wald zerstört worden. Für diese Flächen kündigt Wald und Holz an, selbst aktiv zu werden. Ziel sei es, den Wald neu zu entwickeln und dabei langfristig widerstandsfähige und abwechslungsreiche Bestände zu schaffen.

Waldbrände werfen die Entwicklung des Waldes um 5 Jahre zurück

Wie schnell sich ein Wald nach einem Brand erholt, hängt nach Aussage der Waldexperten stark davon ab, wie heftig das Feuer war und in welchem Zustand der Bestand vorher war. Im konkreten Fall seien die betroffenen Flächen in ihrer Entwicklung vermutlich um etwa fünf Jahre zurückgeworfen worden. Besonders stark betroffen sind ältere Buchen. Sie seien durch die große Hitze teils erheblich geschädigt worden. Ein Teil dieser Bäume werde voraussichtlich in den kommenden Wochen oder Monaten noch absterben. Bis dort wieder ein Wald mit vergleichbarer Struktur und ähnlich alten Buchen stehe, werde es allerdings deutlich länger dauern. Bei Buchen könne das nach Angaben von Wald und Holz NRW etwa 140 Jahre in Anspruch nehmen.

Flächen können sich auch selbst regenerieren

Grundsätzlich könnten sich Waldbrandflächen auch von selbst regenerieren, heißt es von Wald und Holz NRW. Dann wachse häufig zunächst eine natürliche Verjüngung mit sogenannten Pionierbaumarten nach - also Baumarten, die kahle Flächen besonders schnell wieder besiedeln. Eine gezielte Neubepflanzung könne aber sinnvoll sein, wenn andere Baumarten gewünscht seien oder der Wald breiter und robuster aufgestellt werden soll.

Anzeige

Feuerwehr und Wald und Holz arbeiten bei Waldbränden Hand in Hand

Anzeige

Während der großen Waldbrände hatten Mitarbeitende von Wald und Holz die Feuerwehren im Sauerland nach eigenen Angaben mit Fachwissen, Technik und genauer Ortskenntnis unterstützt. Die Forstleute halfen vor Ort vor allem bei praktischen Fragen im Gelände: Welche Wege sind mit Einsatzfahrzeugen befahrbar? Wo gibt es geeignete Stellflächen für Hubschrauber, Drohneneinheiten oder weitere Fahrzeuge? Und wie lässt sich ein Pendelverkehr zur Löschwasserversorgung sicher organisieren, ohne dass sich Fahrzeuge auf engen Waldwegen begegnen?

Außerdem unterstützten die Mitarbeitenden dabei, die Lage im Wald schnell einzuschätzen. Dazu gehörte auch die Bewertung besonders gefährdeter Flächen, der Vegetation und der sogenannten Brandlast - also des Materials im Wald, das leicht brennen kann.

Maschinen haben besonders am Möhnesee geholfen

Vor allem beim Brand am Möhnesee sind nach Angaben der Behörde auch Forstmaschinen zum Einsatz gekommen. Organisiert worden sind dort zwei Harvester, zwei Forstmulcher und ein sogenannter Firefighter. Zusätzlich haben die Forstleute Bäume gefällt, die für Einsatzkräfte gefährlich werden konnten.

Darüber hinaus legten die Mitarbeitenden von Wald und Holz Wundstreifen an. Das sind freigeräumte Bereiche im Wald, die helfen sollen, die Ausbreitung eines Feuers zu bremsen. Eine weitere wichtige Aufgabe war laut Wald und Holz NRW die Abstimmung mit Forstkräften, die nicht direkt in den Funk der Feuerwehr eingebunden waren. So konnten Informationen aus dem Wald gebündelt und schneller in die Einsatzplanung übernommen werden.

Anzeige
Anzeige
Anzeige