
Immer mehr Sauerländer leiden an Bluthochdruck. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der AOK NordWest. Danach waren 2024 insgesamt 74.100 Menschen ab 20 Jahren an der sogenannten Hypertonie erkrankt. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 1,71 Prozent mehr. Die hohe Betroffenheit zeigt sich auch bei der Verordnung von Arzneimitteln: Für alle gesetzlich Krankenversicherten in Westfalen-Lippe verordneten die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Jahr 2024 insgesamt 16,5 Millionen Packungen blutdrucksenkender Mittel. Insgesamt zahlten die gesetzlichen Krankenkassen dafür über 339 Millionen Euro. Damit entfielen 21,7 Prozent aller Verordnungen im Fertigarzneimittelmarkt auf Blutdrucksenker, so die AOK.
Mehr als jeder Dritte betroffen
Kreisweit lag der Anteil der Bluthochdruck-Erkrankten ab 20 Jahren an der Gesamtbevölkerung 2024 im HSK bei 34,7 Prozent. Das heißt, bei mehr als jedem Dritten wurde ein zu hoher Blutdruck diagnostiziert, so die AOK. Bluthochdruck kann unbehandelt schwere Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Dazu zählen unter anderem Schlaganfälle, Herzinfarkte, Koronare Herzerkrankungen und Durchblutungsstörungen der Netzhaut am Auge, die sogar zur Erblindung führen können. Darüber hinaus gilt Bluthochdruck als Risikofaktor für Demenz, so die Krankenkasse.
Kenntnis der eigenen Blutdruckwerte wichtig
Dabei ist ein zu hoher Blutdruck mit einer medikamentösen Therapie gut behandelbar. Voraussetzung sei, dass die Blutdruckwerte bekannt seien. Das sei häufig nicht der Fall. Allerdings hätten nur diagnostizierte Patientinnen und Patienten auch die Chance, eine ärztliche Therapie zur Blutdrucksenkung und damit zur Vermeidung der Hypertoniefolgen zu erhalten. Bei der Einnahme sei wichtig, die Medikamente regelmäßig einzunehmen und auf keinen Fall ohne ärztliche Rücksprache abzusetzen.
Hohen Blutdruck zum Sinken bringen
Neben der regelmäßigen Medikamenteneinnahme lässt sich ein zu hoher Blutdruck durch einen gesunden und möglichst stressfreien Lebensstil mit einer abwechslungsreichen und salzarmen Ernährung, regelmäßiger Bewegung, wenig Alkohol, einer deutlichen Reduzierung von Übergewicht und dem Verzicht auf Nikotin günstig beeinflussen und manchmal sogar vermeiden, so die AOK.