
Heute vor vier Jahren begann der russische Angriffskrieg in der Ukraine. Seitdem sind viele Menschen aus dem kriegsgeplagten Land geflohen, auch in den Hochsauerlandkreis. Gleichzeitig haben sich mehrere Gruppen gebildet, die nach wie vor Spenden sammeln, um die Menschen in der Ukraine zu unterstützen, etwa in Medebach und in Arnsberg. Aktuelle Zahlen zeigen, dass der Zustrom an Ukrainern sich zuletzt abgeschwächt hat.
Weniger Zuzüge – mehr Männer als Frauen
Wie das statistische Landesamt mitteilt, sind im vergangenen Jahr von Januar bis November gut 26.500 Menschen aus der Ukraine nach NRW gezogen, das waren nur halb so viele wie in den beiden Jahren zuvor, und etwa ein Zehntel von der Zahl an Zuzügen, die es noch im Jahr des Kriegsbeginns, 2022, gab. Gesunken ist auch die Zahl der Fortzüge, sie lag 2025 bei gut 16.500. (Zuletzt 20.000). Außerdem sind 2025 erstmals seit Kriegsbeginn mehr Männer als Frauen aus der Ukraine nach NRW gekommen.
Aufenthalt bis März 2027 genehmigt
Geflüchtete aus der Ukraine, die eine gültige Aufenthaltsgenehmigung haben, können bis mindestens März 2027 in Deutschland bleiben. Das Innenministerium hat diese Regelung festgelegt. Für Geflüchtete sind nach Angaben des Hochsauerlandkreises die Kommunen zuständig, in denen die Betroffenen leben. Zur Integrationshilfe bieten etwa die Volkshochschulen Sprachkurse an. Beim Thema Arbeit hatte eine deutschlandweite Auswertung zuletzt gezeigt, dass etwa die Hälfte der Ukrainer, die zuerst hierher geflüchtet waren, einen Job gefunden hat.
Zahlen für den HSK
Auch im Hochsauerlandkreis haben viele Geflüchtete aus der Ukraine einen Job gefunden. Nach Angaben der Arbeitsagentur Meschede/Soest waren im Februar 2022 hier 72 Ukrainerinnen und Ukrainer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Im Juli 2025 (das ist derzeit die aktuellste Zahl der Beschäftigtenstatistik) gingen 836 ukrainische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Hochsauerlandkreis nach. Die meisten arbeiten demnach in der Industrie (193), es folgen Reinigungsberufe (135), Gastronomie (120), Logistik (86) und Gesundheitswesen (72).
Wichtig für die Wirtschaft
Bemerkenswert dabei: Die Gesamtzahl aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigter im Hochsauerlandkreis legte im selben Zeitraum Februar 2022 bis Juli 2025 um 187 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, auf 111.178 Personen zu. Das bedeutet, dass rechnerisch jede neue Arbeitskraft im Hochsauerlandkreis aus der Ukraine stammt. Umgekehrt wäre es sogar so, dass ohne die Arbeitsaufnahme der ukrainischen Geflüchteten die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Hochsauerlandkreis rechnerisch zurückgegangen wäre, so die Arbeitsagentur. Das zeige welche Bedeutung diese Menschen mittlerweile für die Wirtschaft nicht nur im Sauerland haben.
Weniger Arbeitslose
Gleichzeitig ist die Zahl der als arbeitslos gemeldeten Ukrainerinnen und Ukrainer im HSK zuletzt gesunken: Derzeit sind 711 arbeitslose Ukrainerinnen und Ukrainer im Hochsauerlandkreis registriert, vor einem Jahr waren es 827 Personen.