
Im Hochsauerlandkreis leben rund 68.600 Haushalte in den eigenen vier Wänden, sei es im Einfamilienhaus oder in der Eigentumswohnung. Das entspricht einer Wohneigentumsquote von 54,2 Prozent. Damit liegt der Kreis deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 43,5 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Pestel-Instituts, die im Auftrag des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel erstellt wurde. Besonders auffällig: Während Wohneigentum für viele Menschen ein großer Wunsch bleibt, können sich vor allem die 25- bis 40-Jährigen diesen Traum immer seltener erfüllen. Im Hochsauerlandkreis gehören etwa 48.600 Menschen zu dieser Altersgruppe. Viele von ihnen müssen dauerhaft zur Miete wohnen, obwohl gerade Berufseinsteiger und junge Familien traditionell zu den typischen Käufern von Wohnungen und Häusern zählen. Die Forscher sprechen deshalb von einer „Verlierer-Generation“ beim Thema Wohneigentum.
Nicht zuletzt spielt Wohneigentum auch im Alter eine wichtige Rolle. Wer im Ruhestand keine Miete mehr zahlen muss, steht finanziell besser da. Gerade für die geburtenstarken Jahrgänge, die jetzt in Rente gehen, könne das eigene Heim zur „bewohnbaren Rente“ werden. Wer dagegen im Alter weiterhin Miete zahlen muss, läuft Gefahr, sich finanziell zu überfordern, so die Forscher.
Mögliche Gründe
Ein Grund dafür ist die fehlende staatliche Unterstützung. In den vergangenen Jahren wurden sowohl die Eigenheimzulage als auch das Baukindergeld abgeschafft. Damit ist die Förderung von Wohneigentum praktisch zum Erliegen gekommen. Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel fordert deshalb ein neues Förderprogramm: Direkte Zuschüsse und zinsgünstige Kredite sollen auch Durchschnittsverdienern den Weg ins eigene Heim ermöglichen. Wer Wohneigentum erwerben will, müsse dies auch mit wenig Eigenkapital schaffen können. Wichtig sei, dass neue Förderprogramme einfach und unbürokratisch gestaltet werden. Staatliche Hilfen sollten schnell und unkompliziert bereitstehen, fordert auch die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau. Zudem müsse die Förderung langfristig garantiert werden, damit Familien und Einzelpersonen verlässlich planen können.