
Rund einen Monat nachdem Polizisten in einem Mehrfamilienhaus in Arnsberg-Herdringen einen toten und einen schwerverletzten Mann gefunden haben, haben die Ermittler neue Erkenntnisse zu der Tat. Die Polizei wurde am 9. Juni zu dem Herdringer Mehrfamilienhaus gerufen. Polizisten haben dann in einer Wohnung einen 56-jährigen Ukrainer und einen 23-jährigen Armenier mit erheblichen Stichverletzungen entdeckt. Der Ukrainer ist seinen schweren Verletzungen erlegen, seitdem laufen die Ermittlungen gegen den Armenier. Dieser musste selbst in einem Krankenhaus notoperiert werden, befindet sich aber mittlerweile in Untersuchungshaft in der JVA Hamm. Gegen ihn wurde kurz nach der Tat Untersuchungshaft wegen des Verdachts auf Totschlag angeordnet. "Der Tatverdächtige selbst hat durch die Messerstiche keine bleibenden Schäden davon getragen", so Annika Berg von der Arnsberger Staatsanwaltschaft. Der Tathergang und die Beziehung zwischen den Beteiligten waren zum Anfang der Ermittlungen noch nicht ganz geklärt. Jetzt steht fest: Laut Zeugenaussagen kannten sich der Ukrainer und der Armenier. In welchem Verhältnis die beiden aber genau standen, ist weiter Gegenstand der Ermittlungen. "Das versuchen wir jetzt durch weitere Zeugenbefragungen und die Handyauswertungen zu klären", so Berg weiter.
Zum genauen Tathergang ist weiterhin wenig bekannt. "Hier müssen wir noch verschiedene Gutachten abwarten. Dabei werden unter anderem die verschiedenen Stiche, die ausgeführt wurden, analysiert. So kann dann später bestimmt werden, wer zuerst zugestochen hat", so Annika Berg von der Arnsberger Staatsanwaltschaft.
Update: Tote in Esshof
Am 1. Juli, also vor rund zwei Wochen, wurde auf einer Straße zwischen Brilon-Altenbüren und Esshoff eine tote 56-Jährige entdeckt. Bereits am Donnerstagabend wurde ein 36-jähriger Briloner festgenommen. Er sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes. Zur Begründung nannte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Arnsberg Habgier und sonstige niedrige Beweggründe. "Wir müssen davon ausgehen, dass das Opfer dem Beschuldigten Geld geliehen hat und es zu Streitigkeiten um die Rückzahlung gekommen ist", sagte die Sprecherin. Es sei davon auszugehen, dass Opfer und Beschuldigter sich gekannt hätten. Eine Obduktion habe ergeben, dass das Opfer an stumpfer und spitzer Gewalteinwirkung gestorben sei, hieß es von der Staatsanwaltschaft Arnsberg und der Polizei Dortmund. Die Lebensgefährtin des Briloners wird ebenfalls als tatverdächtig geführt, befindet sich aber nach kurzer Polizeigewahrsam wieder auf freiem Fuß. Der Anfangsverdacht des Mordes oder der Beihilfe konnte nicht begründet werden, so die Arnsberger Staatsanwaltschaft.
Suche nach einem Rollator
Die Ermittlungen haben ergeben, dass die verstorbene 56-Jährige schwer krank war. Dabei war sie wohl durchgehend auf einen Rollator angewiesen. "Diesen konnten wir allerdings weder in ihrer Wohnung noch am Fundort der Leiche finden. Deshalb suchen wir verstärkt nach dem Rollator der Frau, um so mögliche DNA-Spuren sichern zu können, die vom Täter stammen", bestätigt Annika Berg von der Staatsanwaltschaft in Arnsberg. Auch eine mögliche Mittäterschaft der Partnerin des Briloners wird noch nicht gänzlich ausgeschlossen. "Hier warten wir unter anderem auf die Auswertung der Handydaten", so Berg.