
Eine Unwetterzelle mit Starkregen und Hagel hat gestern Nachmittag das Stadtgebiet Marsberg getroffen. Besonders betroffen war der Ortsteil Giershagen und die nähere Umgebung. 140 Liter Niederschlag pro Quadratmeter sind in kurzer Zeit gefallen, berichtet die Feuerwehr Marsberg. Knapp 130 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren alarmiert. Gegen 13.45 wurde die Löschgruppe Leitmar zu einem umgestürzten Baum alarmiert; eine knappe halbe Stunde später wurde der Führungsstab der Feuerwehr Marsberg einberufen: Eine Unwetterwarnung der Stufe violett war für die Stadt Marsberg herausgegeben worden. Im Gerätehaus Marsberg nahm dann die Einsatzleitung ihre Arbeit auf.
Giershagen ist besonders betroffen gewesen
Zuerst besonders betroffen war die Leitmarer Straße L549 zwischen Leitmar und Marsberg: Dort kam es zu mehreren umgestürzten Bäumen, Straßenverunreinigung und Überflutungen durch Schlamm und Geröll. Der Bach Glinde trat über die Ufer, fand aber genug Ausgleichflächen auf Wiesen- und Weiden. Dann verlagerte sich der Schwerpunkt nach Giershagen: Drei vollgelaufene Keller waren gemeldet, zudem waren zwei Wohnhäuser im Bereich der Northolter Straße von Wasser- und Schlammfluten bedroht. Zügige Nachbarschaftshilfe dürfte hier größeren Schaden verhindert haben. Auch die Grundschule Giershagen war betroffen. Nach Giershagen wurde nun der Einsatzschwerpunkt verlegt; die Löschgruppen aus Giershagen, Leitmar, Canstein, Heddinghausen und Erlinghausen waren in diesem Abschnitt unter der Leitung von Tim Schandelle im Einsatz. 300 gefüllte Sandsäcke wurden durch die Löschgruppen Beringhausen und Bredelar vorbereitet, diese wurden aber nicht mehr benötigt.
Baum stürzt auf Bahnstrecke
Auf der Bahnstrecke zwischen Bredelar und Marsberg kollidierte zudem ein Zug mit einem umgestürzten Baum. Hier waren der Löschzug Marsberg und die Löschgruppe Obermarsberg im Einsatz. Zum Glück gab es keinen Personenschaden; der Baum wurde von den Gleisen entfernt, im Anschluss konnte der Zug nach Bredelar weiterfahren. Die Bahnstrecke war deshalb eine Zeitlang gesperrt.
Darüber hinaus waren die Einheiten aus Giershagen, Padberg, Borntosten, Obermarsberg und Marsberg im Laufe des Nachmittags zur Beseitigung umgestürzter Bäume im Einsatz; um die stark verschmutzte L549 kümmerte sich Straßen.NRW.
Marsberger helfen sich selber
Vielerorts griffen Bürgerinnen und Bürger zur Selbsthilfe, schätzten selbst ein, ob sie Hilfe benötigen und beseitigten selbst Sturmschäden, Schlamm oder setzten eigene Pumpen und Geräte ein: Dieses engagierte Eingreifen entlastete die Feuerwehrleute spürbar. Neben den eingesetzten Einheiten waren auch die Löschgruppen aus Helminghausen und Udorf alarmiert; sie besetzten ihre Gerätehäuser, kamen aber nicht mehr zum Einsatz. Insgesamt 130 Einsatzkräfte waren im Einsatz, die Gesamteinsatzleitung lag bei Ralph Pohle aus Giershagen. Die Feuerwehr Marsberg hatte 16 unwetterbedingte Einsätze. Gegen 18.00 Uhr wurde die Einsatzleitung im Gerätehaus Marsberg aufgelöst; alle Einsätze waren bis dahin abgearbeitet
