
Im Hochsauerlandkreis haben im vergangenen Schuljahr 2025/26 360 Quer- und Seiteneinsteigerinnen und -einsteiger an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen unterrichtet. Das entspricht 11,8 Prozent aller Lehrkräfte im Kreis.
HSK bleibt unter dem Landesschnitt
Nach Zahlen des Statistischen Landesamts unterrichteten im Hochsauerlandkreis im Schuljahr 2025/26 insgesamt rund 3.075 Lehrkräfte. 360 von ihnen haben keine anerkannte Lehramtsprüfung und gelten damit als Quer- oder Seiteneinsteiger.
Der Anteil ist auch im HSK in den vergangenen Jahren gestiegen, aber nicht so stark wie im Landesdurchschnitt. Im Schuljahr 2020/21 lag der Anteil im Hochsauerlandkreis noch bei 8,2 Prozent, inzwischen sind es 11,8 Prozent. NRW-weit stieg der Anteil im gleichen Zeitraum von 9,2 auf 13,4 Prozent. Der Grund für diese Entwicklung ist der Lehrermangel. Besonders in den Mint-Fächern, wie Mathe, Chemie und Physik fehlen Lehrer, schreibt das Schulportal der Robert-Bosch-Stiftung.
Mehr Frauen als Seiteneinsteigerinnen
Mit 70,4 % war der Großteil der Quer- und Seiteneinsteiger/-innen weiblich in NRW weiblich. Die Entwicklungen an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sind unterschiedlich: Während der Anteil weiblicher Quer- und Seiteneinsteiger/-innen an beruflichen Schulen im Vergleich zum Schuljahr 2020/21 lediglich um 1,9 Prozentpunkte anstieg, waren es an den allgemeinbildenden Schulen 5,4 Prozentpunkte. Mit einem Anteil von 72,3 % waren an den allgemeinbildenden Schulen im Schuljahr 2025/26 auch deutlich mehr Quer- und Seiteneinsteiger/-innen weiblich als an beruflichen Schulen mit 55,9 %.
Wie das Statistische Landesamt weiter mitteilt, unterrichteten im Schuljahr 2025/26 Quer- und Seiteneinsteiger/-innen über alle Schulformen hinweg am häufigsten das Fach Deutsch. Darauf folgten Mathematik und Sport/Bewegungserziehung.
Infoveranstaltung am 3. November
Im November können sich Interessierte über den Quereinstieg in den Lehrerberuf informieren. Dann bietet die Mescheder Arbeitsagentur eine Infoveranstaltung an.
Angesprochen sind Menschen, die Interesse an dem Beruf des Lehrers haben und sich über die Möglichkeiten als Seiteneinsteigerin oder Seiteneinsteiger informieren und beraten lassen möchten, heißt es. Angesprochen sind Berufstätige mit Abschluss FH oder Uniabschluss sowie Berufstätige mit Doktortitel, Ingenieure, Maschinenbauer oder mit Meisterbrief.
Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger würden den Schulen helfen, den hohen Lehrerbedarf zu decken und Unterrichtsausfall zu vermeiden. Sie sind mit ihrer persönlichen Berufsbiografie vielfach eine Bereicherung für das Schulleben, so die Arbeitsagentur.
Alle Seiteneinsteiger/innen bekommen eine berufsbegleitende Unterstützung, in der ihnen die pädagogischen Grundlagen und Handlungsfelder des Lehrerberufs vermittelt werden.
Ein Mitarbeiter vom Landesamt für Qualitätssicherung und Informationstechnologie der Lehrerausbildung (LAQUILA) informiert am Dienstag, 3. November um 14 Uhr im Berufsinformationszentrum (BiZ) Meschede über die unterschiedlichen Zugangswege und geeigneten Fächerkombinationen.