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Unternehmen investieren lieber im Ausland als daheim
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Unternehmen investieren lieber im Ausland als daheim

Die Industrie im Südwestfalen hält sich mit Investitionen am heimischen Standort weiter zurück. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammern Arnsberg, Hagen und Siegen unter 539 Unternehmen.

Veröffentlicht: Freitag, 20.02.2026 12:33

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Nur 16 Prozent der Betriebe wollen 2026 mehr Geld in Deutschland investieren. 37 Prozent planen sogar, ihre Investitionen zu verringern. Die Gründe liegen auf der Hand, so die IHK. Hohe Lohn- und Energiekosten, langwierige Genehmigungsverfahren und ein Berg an Bürokratie bremsen die Unternehmen aus. Viele verschieben ihre Projekte oder schauen sich gleich im Ausland nach besseren Bedingungen um, heißt es. „Die Unternehmen brauchen verlässliche und wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen, damit sie ihr Vertrauen in den Standort zurückgewinnen. Solange hohe Kosten und bürokratische Hürden den Handlungsspielraum einengen, bleiben Investitionen im Inland zurückhaltend“, sagt Dr. Ralf Geruschkat, Hauptgeschäftsführer der SIHK Hagen. Er betont: „Betriebliche Entscheidungen hängen immer stärker davon ab, wo sich Vorhaben mit vertretbarem Aufwand und kalkulierbaren Kosten umsetzen lassen.“

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Asien beliebt

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Während die Investitionen in Deutschland stocken, zieht es die heimische Industrie zunehmend ins Ausland, vor allem nach Asien. China und die übrige Asien-Pazifik-Region gewinnen deutlich an Bedeutung, heißt es von den IHKs in Südwestfalen. Der Anteil der Unternehmen mit Investitionsplänen in China steigt von 26 auf 33 Prozent, für die Asien-Pazifik-Region ohne China von 17 auf 26 Prozent. Die Eurozone bleibt mit rund 45 Prozent ein stabiler Investitionsschwerpunkt. „Die globale Ausrichtung bleibt für unsere Industrie ein zentraler Stabilitätsfaktor. Viele Betriebe sehen trotz bestehender Unsicherheiten in Asien weiterhin gute Perspektiven und passen ihre Investitionsstrategien entsprechend an“, erklärt Jörg Nolte, Hauptgeschäftsführer der IHK Arnsberg, Hellweg-Sauerland. Die wirtschaftlichen Chancen in dynamischen Auslandsmärkten seien ein wichtiger Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Neben der Erschließung neuer Märkte spielen vor allem Personal- und Energiekosten eine große Rolle. Immer mehr Unternehmen investieren im Ausland, um dem deutschen Bürokratiedschungel zu entkommen, so die IHKs.

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