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Übergriffe auf Polizisten nehmen zu
© Heiko Barth - Fotolia
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Übergriffe auf Polizisten nehmen zu

Im Hochsauerlandkreis hat es im vergangenen Jahr 22 körperliche Angriffe gegen Polizistinnen und Polizisten gegeben

Veröffentlicht: Montag, 29.12.2025 23:00

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Übergriffe auf Polizisten stellen auch im Hochsauerlandkreis eine ernstzunehmende Herausforderung dar. Heftiges Beispiel Mitte Oktober in Alt-Arnsberg: Dort ist ein Mann mit einer Eisenstange auf mehrere Streifenwagenbesatzungen losgegangen. "Die Einsatzkräfte erleben häufiger Situationen, in denen verbale Aggression schnell in körperliche Angriffe übergehen oder Widerstandshandlungen bewusst in Kauf genommen werden", sagt ein Polizeisprecher. Im vergangenen Jahr hat es im Hochsauerlandkreis 22 tätliche Angriffe gegen Polizistinnen und Polizisten gegeben. 92 Mal leisteten Täter Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Im Jahr 2021 hat es nur 13 körperliche Angriffe gegen gegen die Polizei gegeben.

Als Gründe für die steigende Zahl von Gewalttaten gegen Vollstreckungsbeamte sieht die Polizei im HSK u.a. emotional aufgeheizte Umfelder, Alkohol- und Drogeneinfluss. Aber auch die generelle gesellschaftliche Enthemmung spiele eine Rolle.

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NRW-weit hat Gewalt gegen Polizistinnen und Polizisten Rekordniveau erreicht

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Wie aus dem Lagebild des Landeskriminalamts (LKA) für 2024 hervorgeht, gab es 25.385 Opfer unter den Beamten - knapp 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden demnach 10.443 Gewalttaten auf einen oder mehrere Beamte erfasst.

Im Vorjahr waren noch 9.829 Fälle von Gewalttaten verzeichnet worden. Mit den Gesamtzahlen von 2024 sind die Statistiken von 2023 nicht direkt vergleichbar, da im neuen Lagebild erstmals auch Gewalttaten auf sexueller Grundlage in die Statistik aufgenommen wurden. Dazu gehören unter anderem 575 Beleidigungen, die Fälle übler Nachrede und Verleumdung auf sexueller Grundlage werden nicht einzeln aufgeführt.

Der häufigste Bestand war laut dem Bericht der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Dazu kam es demnach in 5.734 Fällen: 2.870 Mal wurden Anzeigen wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte geschrieben, 617 Mal wegen Bedrohung, 325 Mal wegen gefährlicher und schwerer Körperverletzung, 171 Mal wegen einfacher Körperverletzung.

Respekt gegenüber staatlichen Autoritäten nimmt ab

Diese traurigen Zahlen deuten auf eine gesellschaftliche Entwicklung hin, so der Bund Deutscher Kriminnalbeamter. Der Respekt gegenüber staatlichen Autoritäten - konkret: der Polizei - nehme offenbar ab. "Dass Gewalt gegen Einsatzkräfte derart häufig geworden ist, inklusive körperlicher Angriffe und sexueller Übergriffe, könnte ein Hinweis dafür sein, dass bei Teilen der Bevölkerung Frustration, Aggressivität oder eine erhöhte Bereitschaft zur körperlichen Konfrontation zugenommen haben."

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Schutzwesten auch für Beamte in Zivil

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Das Land NRW stattet hunderte zivile Mitarbeiter der Polizei mit Schutzwesten aus. Sogenannte Regierungsbeschäftigte arbeiten zum Beispiel in der technischen Verkehrsüberwachung, dem polizeiärztlichen Dienst oder in Pressestellen - nur ohne Uniform. 

"Regierungsbeschäftigte sind genauso Teil der Blaulichtfamilie wie unsere Polizisten. Das heißt, dass sie auch im Einsatz geschützt werden müssen", so Innenminister Herbert Reul (CDU) zur Deutschen Presse-Agentur. 

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