Tourismus im HSK am Boden

Hotels und Gastronomen kämpfen ums Überleben

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Der Tourismus im Sauerland liegt am Boden, und wenn keine Hilfe kommt, werden nicht alle wieder aufstehen. Das ist die Einschätzung der Tourismusexperten in der Region. Allein im März und April sind für die sauerländer Betriebe rund 20% des Jahresumsatzes weggebrochen, sagt Thomas Weber vom Sauerlandtourismus in Bad Fredeburg. Bis Ende Juni würden rund 3 Millionen Übernachtungen und rund 18 Millionen Tagesausflüge fehlen. Neben den Betrieben kommt das auch den Kommunen im Sauerland teuer zu stehen: rund 13 Millionen Euro an Steuergeldern gehen ihnen so allein bis Juni verloren.

Brandbrief an NRW-Minister Pinkwart

Die Hoteliers und Gastronomen im Sauerland warten dringend auf ein Zeichen der Politik, wann es wieder losgehen kann. Ein entsprechender Brandbrief an NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart ist in diesen Tagen nach Düsseldorf rausgegangen. „Wir brauchen eine Perspektive, einen Weg“, so Thomas Weber, „hier drohen nicht nur Betriebe, sondern ganze Strukturen verloren zu gehen“. Dazu gehören auch der Einzelhandel oder die Handwerker in der Region, die traditionell mit dem Tourismus eng verbunden sind. Erste Gespräche mit dem Land laufen in dieser Woche an, so sauerlands Tourismuschef Thomas Weber. Wichtig sei auch finanzielle Hilfe, die nicht zurückgezahlt werden muss. Bei vielen Betrieben sind die Rücklagen bereits aufgebraucht, an notwendige Kredit-Rückzahlungen ist nicht zu denken. „Es gibt keine Branche, die so mit dem Rücken zur Wand steht wie wir“, sagt Weber abschließend.

Boom nach der Corona-Zeit erwartet

Zur Zeit arbeitet Weber zusammen mit Kollegen aus den umliegenden Urlaubsgebieten an einer „Naherholungs-Kampagne“. Dazu gehören unter anderen das Münsterland, die Eifel, das Bergische Land und der Teutoburger Wald. "Der Inlandstourismus, die grünen Gürtel um die Metropolen werden nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen boomen“, so Weber weiter, "die Menschen suchen dann Gegenden, wo sie Platz haben". Um die touristischen Hot-Spots zu entzerren, müsse man sich zusammentun anstelle in Konkurrenz zu treten. Das Sauerland sei da sehr weitläufig. „Da kommt uns unsere hervorragende Infrastruktur sehr entgegen, dank der guten Ausschilderung und dem vielen Platz kann man sich leicht aus dem Wege gehen“, so Weber abschließend.

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