
Auf Anrufe von falschen Bankmitarbeitern oder falschen Polizisten sind auch schon viele Sauerländerinnen und Sauerländer reingefallen. Oft sind es ältere Menschen, denen von Betrügern ihr Erspartes abgenommen wird. Eine Masche sind die "Schockanrufe". Dabei berichten die Betrüger von angeblichen schweren Verkehrsunfällen und fordern eine Kaution, durch die eine Inhaftierung umgangen werden soll. Eine andere Vorgehensweise der Betrüger ist das Berichten von vermeintlichen Einbrüchen in der Nachbarschaft und dem Rat, Wertgegenstände und Schmuck zum Schutz vor Dieben in Verwahrung der Polizei zu geben. Auch die Betrugsmasche "Ich habe eine neue Nummer" ist nach Angaben der Polizei im Hochsauerlandkreis gängig.
Prävention am Telefon
Heute und Donnerstag gibt ein Experte der Polizei am Telefon Tipps, wie sich Menschen vor Betrügern schützen können:
Dienstag, 27.10.2026
10.00 - 12.00 Uhr
13.00 - 15.00 Uhr
Donnerstag, 29.10.2026
10.00 - 12.00 Uhr
13.00 - 15.00 Uhr
Kriminalkommissariat Kriminalprävention / Opferschutz KHK Milhoff Tel. 0291-9020-4810
Meist bleibt es beim Betrugsversuch
Im Bereich „Betrug zum Nachteil älterer Menschen“ konnte ein leichter Anstieg von 349 auf 355 Fälle verzeichnet werden, was einem Anteil von 1,72% entspricht. Bei diesen Straftaten werden in der Regel ältere Menschen (statistisch ab 61 Jahren) telefonisch kontaktiert, so die Polizei. Die unbekannten Anrufer geben sich dann beispielsweise als falscher Polizist oder als Angehöriger aus und erlangen auf diese Weise diverse Vermögenswerte. Mit geschickter Gesprächsführung und teils vorgetäuschten Rufnummern (Call ID Spoofing) wird den älteren Menschen suggeriert, dass ihr Geld bzw. ihr Vermögen in Gefahr ist oder von Angehörigen dringend benötigt wird, da sich diese angeblich in einer Notlage befinden. Durch diese Vorgehensweise sollen ältere Menschen dazu bewegt werden, Geld zu überweisen oder Bargeld, Schmuck und andere Vermögenswerte auszuhändigen.
Fälle 2025 im HSK
Falsche Amtsträger: 194 Fälle
Enkeltrick/ Schockanrufe: 117 Fälle
Sonstige Betrugsmaschen: 44 Fälle
Unter sonstige Betrugsmaschen fallen zum Beispiel falsche Gewinnbenachrichtigungen, das Onlinebanking und Abofallen. Beim Betrug zum Nachteil älterer Menschen agieren die Täter üblicherweise aus dem Ausland. In 347 der 355 Fälle, also zu über 97%, blieb es beim Versuch. Bei Betrachtung dieser Fallzahlen muss jedoch auch immer das Dunkelfeld im Hinterkopf behalten werden. Da nicht jede Versuchsstraftat als solche erkannt oder angezeigt wird, werden die tatsächlichen Zahlen um ein Vielfaches höher sein, so die Einschätzung der Polizei. Zudem werden auch vollendete Taten nicht immer bei der Polizei angezeigt (z.B. aus Schamgründen).
Tipps der Kriminalpolizei:
- Am Telefon keine Details zu Ihren Vermögenswerten preisgeben. Auch nicht, wenn die 110 im Display angezeigt wird. Die Polizei wird niemals um Geldbeträge, Schmuck oder andere Vermögensgegenstände bitten.
- Niemals diese Gegenstände an unbekannte Personen übergeben.
- Sich nicht irritieren lassen, wenn Namen aus dem persönlichen Umfeld mitgeteilt werden. Die Betrüger sind oft gut informiert. Bei den geringsten Zweifeln auflegen und die 110 wählen.
- Der vielleicht beste Schutz ist laut Experten, wenn Menschen jemanden haben, dem sie vertrauen und der sie schon vorher über die Möglichkeit, dass solche Anrufe kommen können und wie man sich am besten verhält, informiert: Kinder, Freunde, Nachbarn. Diese Vertrauten können im Fall der Fälle dann auch hinzugezogen werden und vielleicht zumindest eine Geldübergabe verhindern.
- Bei allgemein zugänglichen Informationen zum Beispiel im Telefonbuch Vornamen und Wohnort abkürzen oder die Einträge ganz löschen
- Wenn sich am Telefon oder an der Haustür fremde Personen als Mitarbeiter der Hausbank ausgeben, ist höchste Wachsamkeit gefragt und gesundes Misstrauen angesagt. Sehr wahrscheinlich drohen hier ein Betrug und finanzieller Schaden, wenn Sie den Anleitungen der Betrüger folgen. Wird der Betrug bemerkt, ist es oft schon zu spät!