
Schnee, Eisregen, Frost - der Winter im Sauerland ist in diesem Jahr hart. Ein Ende ist noch nicht in Sicht. Das führt im Hochsauerlandkreis in manchen Städten und Gemeinden zu Engpässen beim Streusalz. Die Folge: Die Kommunen gehen sparsam mit ihren Salzvorräten um. In Brilon, Olsberg und Bestwig wird in den Nebenstraßen nicht mehr gestreut. Die Stadt Marsberg hat das Streuen schon länger reduziert. Darüber denkt auch die Stadt Schmallenberg nach. Die Städte Arnsberg und Winterberg sehen die Lage entspannt: "Wir haben noch 400 Tonnen Streusalz eingelagert", heißt es aus beiden Städten.
Streusalzvorräte in Sauerländer Städten
Arnsberg
In Arnsberg ist die Streusalzlage noch im grünen Bereich: "Wir haben noch 400 Tonnen Salz eingelagert, heißt es von der Stadtverwaltung.
Bestwig und Olsberg
Wegen der winterlichen Witterung in weiten Teilen Deutschlands besteht derzeit bei den Trägern von Straßen eine sehr starke Nachfrage nach Streusalz, heißt es von der Stadt Olsberg und der Gemeinde Bestwig. Weil die Hersteller diesen Bedarf an Streusalz nicht komplett decken können, dauern Lieferungen aktuell deutlich länger als üblich. Um die Verkehrssicherheit auf übergeordneten Straßen wie Bundes- und Landesstraßen sowie auf Autobahnen weiterhin gewährleisten zu können, werden Autobahn- und Straßenmeistereien bei der Belieferung mit Streusalz bevorzugt. Die Baubetriebshöfe der Stadt Olsberg und der Gemeinde Bestwig sowie die im Stadt- bzw. Gemeindegebiet eingesetzten Fremdunternehmer werden daher den Einsatz von Streusalz auf Nebenstraßen deutlich reduzieren.
Brilon
„Auch in Brilon wird das Salz knapp", heißt es von der Stadtverwaltung
Neues Salz ist erst für Ende nächste Woche angekündigt.
Aus diesem Grunde muss auch die Stadt Brilon die Streuung vorsichtshalber reduzieren.
Es sollen nur noch stark befahrene Straßen gestreut werden. In Nebenstraßen wird nur noch an Gefahrstellen Salz gestreut.
Weiterhin wird bei Schneefall mit dem Schneepflug geräumt. Trotz dieser Lage wird das Team des Bauhofs weiter engagierte Arbeit leisten.
Die Stadt Brilon weist alle Verkehrsteilnehmer darauf hin, auf Straßen und Fußwegen besonders vorsichtig zu sein.“
Eslohe
Auch die Gemeinde Eslohe reduziert ab sofort den Einsatz von Streusalz im Rahmen des Winterdienstes. Bis auf Weiteres werden gerade Streckenabschnitte nicht mehr gestreut. Der Einsatz von Streusalz beschränkt sich ausschließlich auf besonders gefährliche Steilstücke. Um trotz der Knappheit von Streusalz die Verkehrssicherheit an besonders kritischen Stellen sicherzustellen, sei es erforderlich, mit den noch vorhandenen Streusalzvorräten effizient und verantwortungsvoll umzugehen. Die Gemeinde Eslohe bittet alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer um Verständnis für diese Maßnahme sowie um eine angepasste und vorsichtige Fahrweise.
Marsberg
Marsberg hat rechtzeitig reagiert und den Einsatz von Tausalz entsprechend reglementiert. "Aktuell sind wir auf die prognostizierten Gefahrensituationen bestens vorbereitet. Die Salzspeicher sind entsprechend ausreichend bevorratet und werden regelmäßig nachbefüllt", heißt es von der Stadt Marsberg.
Schmallenberg
"In Schmallenberg haben wir zwar am Montag noch eine Lieferung Streusalz erhalten, sollten die Straßenverhältnisse allerdings in den nächsten Tagen und Wochen so bleiben, werden auch wir den Einsatz von Streusalz in den Nebenstraßen reduzieren müssen, da weiterhin mit Lieferschwierigkeiten zu rechnen ist", sagt die Sprecherin der Stadt Schmallenberg, Anke Katscher.
Sundern
Die Stadt Sundern verfügt nach eigenen Angaben weiterhin über ausreichende Mengen an Streusalz für den Winterdienst. Gleichzeitig seien jedoch die Lieferzeiten ungewöhnlich hoch, da der Bedarf an Streusalz höher ist, als die aktuelle Produktion bei den Lieferanten.
Um möglichen Engpässen frühzeitig vorzubeugen, passt die Stadt vorsorglich die Streumengen auf den Streufahrzeugen an. Diese Maßnahme diene ausschließlich der Vorsorge und stelle keine Einschränkung der Verkehrssicherheit dar, heißt es.
Hauptverkehrsstraßen, Buslinien, Steilstrecken sowie besonders verkehrsgefährliche Strecken werden weiterhin mit der üblichen Salzmenge behandelt. Auf Nebenstraßen, Stichstraße und in Sackgassen wird die Salzmenge reduziert. Das gilt nicht für besondere Wetterlagen wie Glatteis oder Eisregen.
Winterberg
Rabea Kappen, Sprecherin der Stadt Winterberg zu den Salzvorräten: "Unser Salzlager ist derzeit mit rund 400 Tonnen Streusalz gefüllt. Kürzlich haben wir erst eine weitere Lieferung erhalten.
Das Salzlager ist baulich nicht dafür ausgelegt, den gesamten Bedarf für einen kompletten Winter auf einmal zu lagern. Daher ist es völlig normal und auch eingeplant, dass das Lager im Laufe der Wintersaison mehrfach nachgefüllt wird und entsprechend Streusalz nachbestellt wird.
Mit unserem Lieferanten besteht ein Zweijahresvertrag, in dem wir die für die jeweilige Wintersaison benötigte Salzmenge verbindlich angeben. Innerhalb dieser vereinbarten Menge bewegen wir uns stets, sodass die Belieferung aktuell sichergestellt ist."
Keine Engpässe bei der Regionalniederlassung Sauerland Hochstift von Straßen.NRW
Der Landesbetrieb Straßen.NRW ist für die Bundes- und Landstraßes zuständig. Dort gibt es keine Engpässe, so ein Sprecherin: "Der Lagerbestand wird – wie jedes Jahr – in regelmäßigen Abständen aufgefüllt. Soll heißen: Wir sind gut gerüstet."
Bereits im Oktober sind bei uns alle Vorbereitungen getroffen. Schichtpläne stehen, Maschinen und Anbauteile sind gewartet und stehen für den Einsatz bereit und die Salzhallen sind gefüllt.
In deb Meistereien im HSK (Arnsberg, Brilon, Meschede und Winterberg)ist Straßen.NRW mit je neun Fahrzeugen im Winterdienst-Einsatz. Fünf eigene und vier Fremdfahrzeuge stehen bereit für mehr als 1200 Kilometer Strecke, die von Schnee und Eis befreit werden muss. Im Winterdienst sind
die Kollegen täglich morgens ab 4.00 Uhr (bei starkem Niederschlag auch früher) bis abends 22.00 Uhr im Einsatz – je nach Schneefalllage werden die Einsätze auch schon früher in der Nacht begonnen, um den Berufsverkehr möglichst verkehrssicher zu halten. Dabei stehen die Streckenpläne ebenfalls im Vorfeld fest. Eines sei klar: bei Dauerschnee können die Meistereien nicht immer und überall gleichzeitig sein, so Straßen.NRW in Meschede.
Insgesamt lag der Salz-und Sohle-Verbrauch in den vergangenen Jahren für den HSK bei mehr als 6.000 Tonnen Salz und etwa 2.000 Tonnen Sole. Sole wird deshalb benutzt, weil Salz allein verweht.besser dosiert werden, um die Umwelt zu schonen.
Autobahnmeisterei im Sauerland: Bis zu 100 Tonnen Salz täglich
Auch auf vielen Autobahnen sei in diesem Jahr bereits mehr Streusalz verbraucht worden als im Vorjahr, teilte die Autobahn GmbH des Bundes für Westfalen mit: "Eine ausreichende Versorgung ist aber auch durch eine eigene Salzreserve von etwa 25.000 Tonnen gewährleistet", teilte eine Sprecherin mit. Man frage kontinuierlich den Salzbedarf der Autobahnmeistereien ab, um weitere Lieferungen zeitgerecht zu planen.
Allein die im Sauerland gelegene Autobahnmeisterei Lüdenscheid verbrauche knapp 40 Tonnen, um an einem Frosttag etwa 70 Kilometer Strecke einmalig abzustreuen. Schneie es viel oder gebe es gefrierenden Regen, könnten bis zu 100 Tonnen Salz an nur einem Tag benötigt werden, so die Sprecherin.