
Solarenergie ist im HSK überall auf dem Vormarsch. Viele Hausbesitzer und die meisten Kommunen nutzen Sonnenenergie zur Stromerzeugung. Das vergangene Jahr hat viel Sonne gebracht, so die Bilanz der Bundesnetzagentur. Die Stadtwerke Arnsberg bestätigen den Trend zur Nutzung von PV-Anlagen. Mit über 85.000 neuen Anlagen ist NRW deutschlandweit Spitzenreiter. „Aber auch beim Ausbau von Photovoltaik-Dachanlagen haben wir wieder viel Aktivität und Nachfrage festgestellt“, so Michael Legner, mitverantwortlich bei den Stadtwerken Arnsberg für Solartechnologie.
Eigenverbrauch reduziert Stromkosten
Eine durchschnittliche PV-Anlage in Arnsberg hat in der Regel rund acht bis zehn Kilowattpeak (kWp) Leistung. Sie produziert dann jährlich rund 7.000 – 9.000 Kilowattstunden. Legner: „Je höher der Eigenverbrauch ist, desto wirtschaftlicher wird die Anlage. Bei Haushalten sind rund 30 Prozent Eigenverbrauch erzielbar, im gewerblichen Bereich liegt der Anteil häufig bei über 70 Prozent. Ganz einfach: Das Gewerbe arbeitet immer dann, wenn die Sonne scheint.“ Aber auch im privaten Bereich wird der Eigenverbrauchsanteil laut Legner steigen, „weil der Anteil an Elektroautos und Wärmepumpen in Arnsberg weiter nach oben gehen wird.“
Niedrigere Abrechnungen
Die Ergebnisse sehen Nutzende dann direkt bei ihren Jahresverbrauchsabrechnungen, die jetzt rausgehen. „Die Einsparungen beim Netzbezug sind in der Regel unmittelbar auch beim monatlichen Abschlag nachzuvollziehen, der sich häufig signifikant verringert.“ 30 Prozent Eigenverbrauch bedeutet für die Arnsberger Stromkunden, die durchschnittlich rund 3.800 kWh/a verbrauchen, eine jährliche Ersparnis von knapp 500 Euro, so die Stadtwerke.
Dynamische Tarife
Durch den weiteren Ausbau mit Intelligenten Zählern, sogenannten „Smart Metern“, würden
weitere kostensparende Veränderungen ermöglicht, heißt es. Dynamische Tarife orientierten sich am
Börsenpreis und änderten sich normalerweise mehrmals am Tag, da auch der Strompreis an der
Börse im Tagesverlauf schwankt. Die Schwankungen hingen davon ab, wie viel Strom in das
Netz eingespeist und wie viel Strom entnommen wird. Diese Flexibilität bringe Verbrauchende in
die Lage, ihr E-Auto genau dann zu laden, wenn der Strom günstig ist, was Geld einsparen
könne.
Energiewende
„Auch wenn Stimmen in der Weltpolitik die Gefahren durch den Klimawandel anzweifeln, bleibt es für
uns dabei: Wir stehen zur Energiewende und dem erklärten Ziel, unsere regenerative
Energieerzeugung weiter zu steigern, um so rasch wie möglich die Klimaneutralität zu erreichen.
Wir müssen die Erzeugung und den Verbrauch intelligent miteinander verzahnen und dann
kostengünstig steuern,“ so Geschäftsführer Thomas Stock von der Stadtwerke Arnsberg
Vertriebs- und Energiedienstleistung GmbH (SWAV).
Steigende Nachfrage
Der Kundenservice der Stadtwerke nimmt wieder eine steigende Nachfrage nach PV-Anlagen wahr, heißt es. Die SWAV weist darauf hin, dass im Zuge der Jahresverbrauchsabrechnung die Servicezeiten individuell ausgeweitet wurden. Das Kundenservice-Personal steht für Beratungen rund um die PV-Anlagen zur Verfügung. Michael Legner: „Wir stehen in Deutschland jetzt konkret vor einer Transformation der Energieversorgung. Das Prinzip der heutigen Messung und Abrechnung wird durch intelligente Lösungen erweitert. Dadurch wird es eine effizientere Verzahnung von konventioneller und erneuerbarer Energie geben, die PV-Erzeugung und Speicher intelligent mit Wärmepumpe und E-Autos kombinieren."