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Sinkende Kinderzahlen in Kindertagesstätten
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Sinkende Kinderzahlen in Kindertagesstätten

Einige Kitas im HSK stehen vor dem Aus, Kinderzahlen gehen zurück.

Veröffentlicht: Montag, 29.06.2026 22:00

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Nach dem jahrelang Kitaplätze im HSK ausgebaut und neu geschaffen wurden, zeichnet sich aktuell eine Trendwende ab. Aktuell gibt es im HSK rund 8 700 Kinder, die in den 168 Kindergärten oder Tagespflegen betreut werden. Es wird erwartet, dass die Kinderzahlen in den kommenden Jahren sinken werden. Das wird auch Schließungen, gerade bei eingruppigen Einrichtungen nach sich ziehen, so die Träger. In Brilon Wald oder Winterberg Silbach stehen Kitas vor dem Aus. In Neheim und Arnsberg Bruchhausen stehen ebenfalls Schließungen an. 

Der Hochsauerlandkreis ist für die Kinderbetreuungseinrichtungen in 9 HSK-Kommunen mit Ausnahme von Arnsberg, Sundern und Schmallenberg zuständig. 91 Kindertageseinrichtungen unterstehen dem Kreis. Um den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz sicherzustellen, sei es in 63 Ortsteilen nicht möglich, die Jugendhilfeplanung so auszurichten, dass in jedem Ortsteil ein passgenaues Platzangebot vorgehalten werden kann, so der Hochsauerlandkreis. Trotz des bestehenden Wunsch- und Wahlrechts der Eltern wird es daher auch künftig erforderlich sein, auf alternative Betreuungsangebote in anderen Ortsteilen auszuweichen. Das bestätigen auch die katholischen Wir-Kitas im HSK. 

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Schließungen beschlossen

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Im HSK werden in diesem Jahr 2 Kitas geschlossen, in Brilon Wald und Winterberg Silbach. Beides sind eingruppige Einrichtungen, die Ende Juli schließen. Die Stadt Brilon sagt zum Ende der Kita Waldwichtel: " 35 Jahre lang war und ist der Kindergarten „Die Waldwichtel“ nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des Ortes und der Dorfgemeinschaft. Als Ort der frühkindlichen Bildung ist ein Kindergarten stets ein zentraler Bestandteil des „Großwerdens“ und der Ort, an dem durch die Kinder viele erste, wichtige Beziehungen außerhalb der Familie geknüpft wurden. Auch spielt der Kindergarten in den örtlichen Zusammenhängen eine große Rolle und ist ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur. Leider macht aber auch die demografische Entwicklung nicht Halt vor den Toren Brilons." Aus pädagogischer und finanzieller Sicht und auch für die zu betreuenden Kinder sei die Weiterführung des Kindergartens daher ab August nicht mehr sinnvoll und realistisch. Die Stadt Brilon müsse sich der Realität stellen und den Tatsachen ins Auge sehen.  

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Sinkende Geburtenzahlen

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Die Kita-Landschaft wird sich kreisweit verändern, wenn die Geburtenzahlen nicht kurzfristig wieder steigen und/oder die Zuwanderung junger Menschen zunimmt. Daher sei es notwendig, die weitere Entwicklung von Geburten und Zuwanderung zu beobachten und auszuwerten, so der Hochsauerlandkreis.  Die Verwaltung ist mit den 9 Kommunen in Kontakt, um bei anstehenden baulichen Maßnahmen oder freien Platzkapazitäten frühzeitig zu diskutieren, wie darauf reagiert und die Kita-Planung gestaltet werden kann. Kinder haben nicht nur einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, sondern auch einen Anspruch auf qualitativ gute Betreuung und Förderung, so der Kreis. Ziel sei, Überbelegungen in den Kitas abzubauen. Aufgrund der ausreichend vorhandenen Plätze in Marsberg und Brilon wurden die dortigen Träger im Oktober gebeten, keine Kinder über die in Ihrer Betriebserlaubnis genehmigte Kapazität hinaus aufzunehmen und auf eine Überbelegung zu verzichten. 

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Prognosezahlen für 2026/2027

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Die Prognose für das Kita-Jahr 2026/2027 erfolgt auf der Grundlage der im Kreisjugendamtsbereich lebenden Kinder der maßgeblichen Altersklassen und der für jede Altersklasse prognostizierten Quoten der Inanspruchnahme. 

Dabei geht die Verwaltung davon aus, dass im kommenden Kita-Jahr für bis zu 87 % der 2jährigen Kinder und für 55 % der 1-jährigen ein Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflege beansprucht wird. Die Quote der Kinder im Alter von unter einem Jahr 

wird wegen des Elterngeldbezuges auf max. 4 % geschätzt. Für die Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren wird eine Quote von 97 % zugrunde gelegt. 

Aufgrund der regionalen Unterschiede werden die Quoten nochmals für jede Kommune getrennt ermittelt. Der so ermittelte Bedarf wird den zur Verfügung stehenden Plätzen gegenübergestellt.  

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Bedarfssituation im Jugendamtsbezirk des Hochsauerlandkreises

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In Bestwig, Eslohe, Hallenberg, Medebach und Winterberg hat sich die Bedarfslage im Vergleich zur letzten Planung deutlich entspannt, so der Kreis. Fehlende Plätze könnten durch Überbelegungen oder Änderungen der Gruppenformen kompensiert werden. Aus Eslohe heißt es, die Kinderzahlen in der Gemeinde seien stabil.

Die Bedarfsplanung für Olsberg zeigt, dass ab dem 01.08.2028 als Ersatz für die Kita „Rutsche“ zwei Gruppen erforderlich sind (vorher drei Gruppen). 

In Meschede gibt es weiterhin einen Fehlbedarf in Freienohl, Olpe Brumlingsen, Wennemen, Stockhausen und Bockum. Kitas in Berge und Wallen böten jedoch Ausweichmöglichkeiten. Durch die Inbetriebnahme der Kita Wassermühle im August 2023 ist der Bedarf im Stadtgebiet Brilon gedeckt. Die aktuelle Bedarfsplanung zeige, dass freie Kapazitäten in der Kernstadt Brilon und nahezu allen Ortsteilen vorhanden sind. Die Kita Wassermühle hat eine Betriebserlaubnis (Kindergartenjahr 2024/2025) für 105 Kinder in 6 Gruppen. Insgesamt besuchen aktuell rund 90 Kinder in 5 Gruppen den Kindergarten. Ohne Ermessensprüfung kann der Mietzuschuss nach KiBiz nur gezahlt werden, wenn jede Gruppe mit mindestens 75 % der Kinder belegt ist. Aufgrund des Mietbeitritts könne es daher zu zusätzlichen Kosten für den Hochsauerlandkreis kommen. In Marsberg weise die zuletzt eröffnete DRK-Kita laut Kita-Planer derzeit eine Belegung von 53 Kindern auf, bis zu 85 könnten betreut werden. 

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Keine Zukunft für eingruppige Einrichtungen?

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Mittelfristig müsse aus pädagogischen wie auch aus finanziellen Gründen geprüft werden ob eingruppige Kindertageseinrichtungen eine Zukunft hätten, so die Träger. Aufgrund des Bestandsschutzes erfüllen einige Kindertageseinrichtungen nicht die derzeit geltenden Raumvorgaben. 

Hierauf könnte ein besonderes Augenmerk gelegt werden, so der Kreis. 

Zudem ist perspektivisch nicht von einem Ausbau weiterer Plätze auszugehen. Stattdessen werden sich Investitionsmaßnahmen voraussichtlich auf den Erhalt bestehender Platzkapazitäten 

konzentrieren, etwa durch die Sanierung, den Ersatz oder die Zusammenlegung sanierungsbedürftiger Einrichtungen.

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Die Wir-Kitas NRW

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Die katholischen Kitas im HSK gehören zu den Wir-Kitas NRW. Sie sprechen von einer sehr differenzierten Situation. Sie seien von Ort zu Ort sehr unterschiedlich. In manchen Orten sei die Nachfrage nach Kitaplätzen stabil, in anderen würden weniger Plätze nachgefragt. Im HSK (inklusive der Jugendamtsbezirke Schmallenberg, Sundern und Arnsberg) gibt es aktuell 64 Wir-Kitas mit 1.043 Mitarbeitern und 3.547 Kindern (Stichtag: 01.03.2026).  Auch die Wir-Kitas bestätigen die sinkenden Kinderzahlen und eine dadurch reduzierte Nachfrage. Die Besetzung offener Stellen in den Kitas sei nach wie vor eine Herausforderung. Durch die sinkenden Kinderzahlen stehe jedoch zum 01. August voraussichtlich ausreichend Personal zur Verfügung. Die KiBiz-Finanzierung in Nordrhein-Westfalen wird von den Wir-Kitas kritisiert. Sie stelle eine große Herausforderung für Kitas und Träger dar und lasse kaum Spielräume, um ausreichend Personal für Krankheitsvertretungen vorzuhalten. Eine Reform sei dringend notwendig. 

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Arnsberg:

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In Arnsberg gibt es 19 kirchliche Kindertageseinrichtungen, 13 städtische, 9 Einrichtungen freier Träger und 1 heilpädagogische Kindertageseinrichtung. Es gibt aktuell rund 2.700 Betreuungsplätze in 42 Kindertageseinrichtungen, so die Stadt.  

Die Geburtenzahlen sind seit einigen Jahren rückläufig. Von 2022 bis 2042 wird mit deutlich sinkenden Kinderzahlen gerechnet. (Rückgang der Kinder U6 von 4.128 auf 3.428; kontinuierliche Abnahme bei den 0-3-Jährigen sowie bei den 3-6-Jährigen; Abnahme der Geburten wegen einer geringer werdenden Anzahl potenzieller Mütter.) 

Das Dezernat Jugend I Familie I Soziales I Integration I Gesundheit führt seit Jahren demografische Prognosen zur Entwicklung der Altersklassen durch. Der Masterplan Kita wurde bereits mehrfach fortgeschrieben. Eine aktualisierte Version soll im Herbst veröffentlicht werden, heißt es. 

2024 wurde ein Umstrukturierungsprozess in der Arnsberg Kita Landschaft angestoßen, ausgelöst durch die Reduzierung der Betreuungsplätze mit perspektivischer Schließung der Kindertageseinrichtungen der WIR-Kitas in Bruchhausen (Maria Magdalena) und Neheim (St. Michael). 

Die Plätze in Bruchhausen werden durch einen Anbau an der städtischen Kita Entenhausen kompensiert. Im Raum Neheim ist der auslaufende Betrieb der St. Michael-Kita auch ohne Baumaßnahmen gut kompensierbar, weil aufgrund der sinkenden Geburtenzahl eine auskömmliche Betreuungssituation gegeben ist, so die Stadt. 

Gesamtstädtisch bietet die Arnsberger Betreuungslandschaft durch den intensiven Ausbau in den Jahren 2019-2024 ein sehr gutes Betreuungsplatzangebot, in dem jeder Familie ein Betreuungsplatzangebot unterbreitet werden kann. Es habe in letzten Jahren stets ausreichend Fachkräfte für die Kitas gegeben. Im Jahresverlauf könne es aber immer wieder z.B. durch Krankheitswellen zu Personalengpässen kommen. 

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Schmallenberg

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Die Stadt Schmallenberg plant derzeit keine Veränderungen bei den Kindertagesstätten. Neubauten von städtischen Einrichtungen sind aktuell nicht geplant, heißt es. Insgesamt gibt es im Stadtgebiet 18 Kindertageseinrichtungen, davon zehn in städtischer Trägerschaft und acht in Trägerschaft freier Träger. Aktuell werden dort 901 Kinder betreut. Für das kommende Kitajahr wird mit rund 921 betreuten Kindern gerechnet, so die Stadtverwaltung. 

Mit Blick auf kommende Jahre zeichnet sich insgesamt auch in Schmallenberg ein leichter Rückgang der Kinderzahlen ab. Dennoch sieht die Stadt aktuell keinen Anlass für Schließung oder Zusammenlegung von Einrichtungen. Der Beigeordnete Andreas Plett: „Auch wenn wir künftig mit etwas weniger Kindern rechnen, wollen den Familien ein verlässliches und wohnortnahes Betreuungsangebot machen. Dazu gehört ausdrücklich auch, die bestehenden Strukturen zu erhalten.“ Die Personalsituation in den städtischen Einrichtungen ist aktuell stabil. 

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Sundern

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Die Stadt Sundern sagt: " Derzeit haben wir, über alle 18 Einrichtungen hinweg, eine Auslastungsrate von über 95%." 1030 Kinder werden dort aktuell betreut. Es wird mittelfristig mit einem 4%igen Rückgang gerechnet – (Prognose Statistik NRW.) Als Konsequenz wird maximal von Gruppenverkleinerungen ausgegangen, eine generelle Schließung von Einrichtungen ist nicht geplant. Personalprobleme gebe es in Sundern nicht, so die Stadt. 

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