
Nolte lag nach drei Durchgängen in Führung. Im dritten Lauf startete sie als Erste und stellte mit 59,15 Sekunden einen Bahnrekord auf. Doch die Konkurrenz schlief nicht: Lisa Buckwitz aus Thüringen sowie die US-Amerikanerinnen Elana Meyers Taylor und Kaillie Armbruster Humphries unterboten Noltes Zeit und fuhren jeweils 59,08 Sekunden. Nolte blieb vor dem letzten Lauf ein Vorsprung von 15 Hundertsteln.Im entscheidenden vierten Lauf setzte die Schweizerin Melanie Hasler die Bestmarke mit 59,37 Sekunden. Meyers Taylor blieb 14 Hundertstel dahinter. Das hat gereicht, um Nolte zu überholen. Nolte fuhr mit 59,70 Sekunden die neuntbeste Zeit im Finale und musste sich mit Silber begnügen. Bronze ging an Armbruster Humphries, Buckwitz wurde Vierte. Die dritte deutsche Starterin, Kim Kalicki aus Wiesbaden, landete auf Platz 15. Olympiasiegerin wurde die 41-jährige Meyers Taylor.
Chance auf weiteres Edelmetall
Nolte zeigte sich nach dem knappen Endergebnis gefasst: „Es ist natürlich großartig, mit einer Silbermedaille nach Hause zu fahren. Wenn man nach drei Läufen vorne liegt, will man Gold holen. Im letzten Lauf haben die oberen Kurven nicht gepasst.“ Chancen auf Edelmetall hat die Sauerländer Bobpilotin weiterhin. Am Freitag startet sie mit Anschieberin Deborah Levi im Zweierbob. Dort konnte sich Nolte bereits vor vier Jahren olympisches Gold sichern. Im Monobob wurde sie damals Vierte. „Ich weiß, dass die Silbermedaille ein Superergebnis ist. Ich meine, in Peking bin ich Vierte geworden. Trotzdem schmerzt es gerade noch ein bisschen", sagte Nolte gestern unter Tränen im Sportschau-Interview kurz nach dem Rennen.