
Im Hochsauerlandkreis hat es auf zwei großen Volksfesten in den vergangenen Tagen Übergriffe auf Frauen gegegen. Die Polizei ermutigt betroffene Frauen, solche Vorfälle anzuzeigen.
Das ist gestern auf der Hüstener Kirmes passiert:
Gestern sind Polizeibeamte während ihres Kirmeseinsatzes auf eine lautstarke Auseinandersetzung zwischen zwei Männern aufmerksam gemacht. Die Beamten trennten die Beteiligten. Nach bisherigen Erkenntnissen soll ein 28-jähriger Mann einer 31-jährigen Besucherin an den Hintern gefasst haben. Ihr Ehemann gab an, der Mann habe die Berührung trotz ausdrücklicher Aufforderung, dies zu unterlassen, wiederholt. Daraufhin habe er den 28-Jährigen weggeschubst. Der augenscheinlich alkoholisierte 28-Jährige bestritt den Vorwurf. Die Polizei nahm eine Strafanzeige wegen des Verdachts der sexuellen Belästigung auf. Der Mann erhielt ein Hausverbot für die verbleibende Dauer der Kirmes. Die Ermittlungen dauern an.
Übergriff auf dem Kreisschützenfest in Marsberg-Leitmar:
In Marsberg-Leitmar hat eine 37-jährige Frau am Wochenende eine sexuelle Belästigung auf dem Kreisschützenfest angezeigt. Die Polizei ermittelt gegen einen 59-jährigen Tatverdächtigen.
Nach bisherigen Erkenntnissen wollte die Frau am 12. September gegen 18:45 Uhr gemeinsam mit Bekannten das Zelt 2 in Richtung L549 verlassen. Dabei soll sich der Tatverdächtige seitlich in die Gruppe gedrängt und der Frau von hinten in den Schritt gefasst haben. Zwei Zeugen beobachteten den Vorfall und sprachen den Mann unmittelbar darauf an. Ihren Angaben zufolge spielte er sein Verhalten herunter und behauptete, die Frau habe die Berührung gewollt.
Die Frau kannte den Tatverdächtigen nicht. Weitere Festbesucher trugen dazu bei, seine Identität festzustellen. Am folgenden Tag wandte sich die 37-Jährige an die mobile Wache der Polizei auf dem Festgelände und erstattete Anzeige.
Polizei: Sexuelle Belästigung ist nicht harmlos:
Die Polizei macht deutlich: Sexuelle Belästigung ist nicht harmlos. Auch beim gemeinsamen Feiern sind die persönlichen Grenzen anderer zu respektieren. Die Verantwortung für einen Übergriff liegt bei der Person, die ihn begeht. Betroffene tragen keine Schuld.
Wer einen solchen Übergriff erlebt, muss sich weder rechtfertigen noch sofort die "richtige" Reaktion zeigen. Auch wer zunächst Zeit benötigt, um das Erlebte zu verarbeiten, kann sich anschließend an die Polizei wenden. Auf Veranstaltungen können Polizei, Sicherheitsdienst oder Veranstalter erste Anlaufstellen sein. In einer akuten Gefahrensituation wählen Sie den Notruf 110.
Wer einen Übergriff beobachtet, sollte hinsehen, Betroffenen Unterstützung anbieten und Hilfe holen, ohne sich selbst zu gefährden. Auch sollten sich Menschen, die so eine Szene beoabachten, sich der Polizei als Zeugin oder Zeuge zur Verfügung. Die Beobachtungen können wesentlich zur Aufklärung beitragen, so die Polizei im Hochsauerlandkreis.