Schutzschirm für Arztpraxen

Kassenärztliche Vereinigung und Krankenkassen in Westfalen-Lippe beschließen Hilfen für niedergelassene Ärzt

Im Behandlungszimmer beim Arzt (Symbolbild).
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Sauerländer Arztpraxen bekommen in der Corona-Krise finanzielle Unterstützung. Die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenkassen haben einen Schutzschirm beschlossen. Damit soll verhindert werden, dass Praxen geschlossen werden müssen, weil Ärzte wegen der Pandemie deutlich weniger Patienten behandeln konnten. Mit dem Schutzschirm bekommen Ärzte und Psychotherapeuten Ausgleichszahlungen für Honorarverluste. Aus Sorge vor einer Corona-Infektion hatten viele Patienten Arzttermine nicht mehr wahrgenommen.

Das Geld wird ab dem 1. Quartal 2020 gezahlt, wenn sich das Gesamthonorar einer Praxis in Bezug auf die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicheurng um mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal verringert hat. Voraussetzung ist, dass diese Einbußen auf einen pandemiebedingten Rückgang der Behandlungsfälle mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt zurückzuführen ist, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Kassenärztlicher Vereinigung und Krankenkassen.

"Sehr gute Nachricht für die niedergelassenen Ärzte"

Der Schutzschirm sei eine "sehr gute Nachricht für die niedergelsassenen Ärzte und Psychotherapeuten in Westfalen-Lippe, die sich in den vergangenen Monaten außerordentlich engagiert und dafür gesorgt haben, dass alle Patienten in der Region auch und gerade während der Corona-Krise entsprechend versorgt werden können. Sie haben Infizierte in unseren Behandlungszentren getestet, Infektionsketten unterbrochen, die stationäre Versorgung vor einer Überlastung bewahrt und zugleich auch den regulären Praxisbetrieb aufrechterhalten", sagte Dr. Dirk Spelmeyer, 1.Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe.


Ärzte begrüßen Schutzschirm

Sauerländer Ärzte begrüßen den Schutzschirm für Arztpraxen. Der Ausgleich für Honorareinbußen in der Corona-Krise sei schon sehr sinnvoll, sagte uns der Hüstener Hausarzt Dr. Hans Heiner Decker als Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung. Nach seiner Einschätzung haben alle niedergelassenen Ärzte deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Es sei aber davon auszugehen, dass sich die wirtschaftliche Lage für die Arztpraxen in den nächsten Monaten wieder normalisiere. Aktuell arbeiten viele Praxen schon wieder weitgehend im Normalbetrieb, allerdings unter strengen Corona-Schutzmaßnahmen.

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