
Im November können Sauerländer Eltern ihre Kinder an den Grundschulen in ihrer Stadt oder Gemeinde anmelden. Bevor die Mädchen und Jungs als
I-Dötze ins Schuljahr 2027/2028 starten, müssen sie die Schuleingangsuntersuchungen des Hochsauerlandkreises absolvieren. Diese Untersuchungen laufen in den Kreishäusern in Arnsberg, Brilon und Meschede schon seit September. Schuleingangsuntersuchungen sind für alle Kinder, die am 30.09. des Jahres ihr 6. Lebensjahr vollendet haben, verpflichtend. Im HSK werden jedes Jahr rund 2.500 Schulanfänger untersucht.
Alle Kinder werden rechtzeitig zusammen mit ihren Eltern/Sorgeberechtigten zu der Untersuchung eingeladen, so der Hochsauerlandkreis.
Das sind die Inhalte der Schuleingangsuntersuchungen:
Größe und Gewicht
Seh- und Hörtest
Überprüfung Impfstatus
Dokumentation Vorsorgehefte, Anamnesebogen
Feststellung des individuellen Entwicklungsstandes nach dem einheitlichen, standardisierten Verfahren SOPESS des Landeszentrums für Gesundheit (hier werden die Bereiche Zahlen- und Mengenverständnis, Sprachkompetenz, Fein- und Grobmotorik, visuelle Wahrnehmung, Aufmerksamkeit getestet).
Anschließend gibt es eine Empfehlung mit individuellen Förderungen zur Schulfähigkeit.
74 Kinder sind zuletzt zurückgestellt worden
Im letzten Untersuchungsjahrgang sind 2.543 Kinder untersucht worden. Für 74 Kinder hat das HSK-Gesundheitsamt eine Empfehlung für eine Rückstellung ausgesprochen. Die letzte Entscheidung über die Rückstellung trifft die jeweilige Schule. Die Zahl der zuletzt ausgesprochenen Empfehlungen liegt im 5-Jahres-Mittel, so der Kreis.
Darum werden Kinder zurückgestellt:
Bei den zurückgestellten Kindern waren die Gründe unterschiedlich, heißt es vom Hochsauerlandkreis. Häufig lagen erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen und deutliche Entwicklungsrückstände vor, teilweise auch im Zusammenhang mit einer sehr frühen Geburt.
Entscheidend war jeweils die individuelle Situation des Kindes und die Frage, ob der reguläre Schulstart eine zusätzliche gesundheitliche Belastung gewesen wäre und ob sich ein weiteres Jahr vor der Einschulung voraussichtlich positiv auf die gesundheitliche Situation bzw. die Entwicklung des Kindes auswirken würde. Dazu gehörten beispielsweise Kinder mit stärkeren psychischen oder emotionalen Belastungen. In einzelnen Fällen waren auch schwere Erkrankungen mit länger andauernden oder intensiven Behandlungen.
Schulfähigkeit: Landkreistag NRW fordert mehr Einsatz
Der Landkreistag NRW hat in einem fachübergreifenden Positionspapier klare Leitlinien und konkrete Forderungen formuliert, um den aktuellen Herausforderungen zur Sicherstellung der Schulfähigkeit zu begegnen. „Jedes dritte Kind verfügt im NRW-Durchschnitt bei Schuleintritt nicht über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse und weitere grundlegende Fähigkeiten, um dem Unterricht zu folgen“, erklärte der Vorsitzende des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport des Landkreistags NRW (LKT NRW), Landrat Frank Rock (Rhein-Erft-Kreis). „Das zeigt, dass wir es mit einer erheblichen gesamtgesellschaftlichen Herausforderung zu tun haben, die dringend angegangen werden muss. In einem Positionspapier haben wir zusammen gestellt, was die Kreise selbst tun können und welche Maßnahmen wir von Bund und Land erwarten.“ Das Papier fasst Rock wie folgt zusammen: „Wir brauchen eine frühkindliche Förderung aus einem Guss.“ Die Verantwortungen für das Gelingen seien breit gestreut: Elternhäuser, Kitas, Grundschulen, OGS-Träger, regionale Bildungsnetzwerke, Integrationsstellen, Gesundheitsämter und Jugendhilfe müssen eingebunden werden und möglichst effizient zusammenwirken. „In unserem Positionspapier beschreiben wir die aktuellen Problemstellungen und bieten vor allem konkrete, praxisnahe Lösungsansätze“, erklärte Rock weiter. Kernforderungen sind neben der koordinierten Förderung zur Erlangung der Schulfähigkeit auch klare und einheitliche Vorgaben zur Mediennutzung – insbesondere an Schulen –, eine Verschärfung von Sanktionsinstrumenten und eine stärkere Einbindung der Gesundheitsämter.