Schlaganfallversorgung verbessert

Klinikum Hochsauerland holt Spezialisten-Team ins Haus

© Marien Hospital Marsberg

Das Klinikum Hochsauerland baut die schnelle Hilfe bei Schlaganfällen weiter aus und setzt trotz Coronakrise weiter auf Expansion. Mit neuen Hightechgeräten und zusätzlichen Ärzten soll die Schlaganfall-Behandlung noch besser werden. Die neue Radiologie-Abteilung wird im Neheimer St. Johannes-Hospital angedockt. Künftig können nach einem Schlaganfall große Blutgerinnsel durch eine Minimal-Operation entfernt werden. Auch Gehirntumore können so optimal behandelt werden.

 

St. Johannes-Hospital investiert Millionen

Für den Aufbau der weiteren Radiologie-Abteilung hat das Klinikum Hochsauerland tief in die Tasche gegriffen. Allein der Anbau an das St. Johannes-Hospital kostet rund 1 Million Euro. Herzstück sind aber zwei hochmoderne Medizinapparate für rund 1,7 Millionen Euro, darunter ein hochauflösender Computer-Tomograph (CT). „Das ist das stärkste Gerät in der Region und ermöglicht eine hervorragende Darstellung des Kopfes“, so Werner Kemper, Sprecher des Klinikums Hochsauerland.

Neue Behandlungsmethoden beim Schlaganfall

Mit den hochmodernen Geräten lassen sich Gefäßerkrankungen nicht nur besser feststellen, sondern auch aktiv behandeln. Unter der Leitung des neuen Chefarztes Dr. Alexander Ranft können zum Beispiel bei Schlaganfällen besonders große Blutgerinnsel durch eine Operation entfernt werden. Das passiert minimal-invasiv durch die sogenannte Schlüsselloch-Methode: über die Leiste wird ein kleiner Katheter in die betroffene Arterie im Gehirn geführt und das Blutgerinnsel herausgezogen. Die neue Technologie macht auch neue Behandlungsmethoden bei Gefäßverschlüssen im Gehirn (sog. Aneurysmen) und bei Gehirntumoren möglich.

Klinikum schaltet auf Normalbetrieb um

Wegen der fallenden Corona-Fallzahlen geht auch das Klinikum Hochsauerland mehr und mehr zum Normalbetrieb über. Die Infektions-Station im Arnsberger Marienhospital wird weiter vorgehalten, es können auch sofort zusätzliche 8 Intensiv-Beatmungsbetten eingerichtet werden. „Es kommen wieder mehr Patienten ins Krankenhaus“, so Kliniksprecher Werner Kemper, „aber das Vor-Corona-Niveau ist noch lange nicht erreicht“. Problem sei, dass nach wie vor viele Patienten Angst hätten, sich im Krankenhaus mit Corona anstecken zu können. Das sei absolut unbegründet und gefährlich: leicht könne es dann bei ernsten Erkrankungen zu spät sein.

 

Corona-Folgekosten noch unkalkulierbar

Für die Behandlung von Corona-Patienten und für den Verlust durch eingeschränkte Bettenbelegung durch Corona hat das Klinikum bereits staatliche Unterstützung bekommen. Ob es reicht, wird sich aber erst gegen Ende des Jahres zeigen. „Entscheidend wird, wie schnell wir wieder in den Normalmodus zurückfinden. Entscheidend wird auch sein, wie schnell wir wieder die normale Patientenzahl erreichen und die Menschen zu uns kommen“, so Werner Kemper.

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