
Im letzten Jahr wurden bei uns im HSK 37 Autos gestohlen. Das sind acht Autos weniger als noch 2023, so ein Polizeisprecher. Allerdings wird der Diebstahl von Keyless Go Fahrzeugen zum wachsenden Problem, so der ADAC. Die meisten Autos mit Keyless-Komfort-Schließsystem seien deutlich leichter zu stehlen als Fahrzeuge mit normalem Funkschlüssel. Keyless-Autos müssen sicherer werden, fordert der ADAC. Zuletzt wurde in Brilon eine hochwertige Mercedes S-Klasse per Keyless Go geklaut.
Fall in Brilon
In der Lerchenstraße wurde Ende August eine weiße Mercedes S-Klasse geklaut. Dabei nutzten die Täter die Keyless-Go Technologie des Fahrzeugs aus. Eine Überwachungskamera zeichnete am Tatort um 03:05 Uhr eine vermutlich männliche Person auf, die sich mit einem Rucksack in der Hand der Hauseingangstür genähert hat. Der Mann schwenkte den Rucksack in Richtung der Hauseingangstür. Um 03:46 Uhr entwendete ein bislang unbekannter Täter die weiße Mercedes S-Klasse, die in einer Hauszufahrt stand. Laut digitalen Fahrtenbuch des gestohlenen Autos wurde der Mercedes bis "Zur Jakobuslinde" in Brilon gefahren. Gegen 03:52 Uhr wurde höchstwahrscheinlich die SIM-Karte des Fahrzeugs manipuliert. Das Auto sendet danach keine Daten mehr. Am Mercedes war das amtliche Kennzeichen HSK-G7274 angebracht. Fahndungsmaßnahmen der Polizei führten bislang zu keinem Ergebnis, so ein Polizeisprecher. Zeugen können sich bei der Polizeiwache in Brilon unter der Telefonnummer 02962-90200 melden.
Keyless-Technologie
Ein Keyless-Fahrzeugschlüssel strahlt dauerhaft ein Signal aus, um dem Auto zu signalisieren, dass er sich in unmittelbarer Nähe befindet. Umgekehrt versucht das Auto dauerhaft, dieses Signal aufzugreifen, um sich öffnen und starten zu lassen, sobald der Autofahrer am Fahrzeug ist. Ein im Haus des Fahrers liegender Fahrzeugschlüssel gibt das besagte Signal ab. Tätergruppen nutzen genau das aus. Sie greifen das Signal aus dem Haus mit einem Funkwellenverlängerer auf und kopieren dieses. Das Gerät wird sich beim Diebstahl der S-Klasse in dem geschwenkten Rucksack befunden haben, vermutet die Polizei.
Darum rät die Polizei, keine "Keyless"-Schlüssel unmittelbar hinter der Haustür zu lagern. Am sichersten ist die Nutzung sogenannter "Faraday Bags", die das Funksignal des Schlüssels abschirmen.