
Die Polizei im Hochsauerlandkreis warnt diese Woche vor Betrug durch Schockanrufe. Experten vermuten, dass viele Betrugsfälle nicht angezeigt werden.
Bei Schockanrufen geben sich Täter als Angehörige aus, behaupten, in einer Notlage zu sein, und fordern Geld. „Die Täter nutzen die Gutmütigkeit älterer Menschen schamlos aus und verursachen Schäden in Millionenhöhe“, sagt NRW-Innenminister Reul. Neben dem finanziellen Verlust leiden viele Opfer unter Scham und Unsicherheit. „Sie erstatten keine Anzeige, weil sie sich schämen, vertraut zu haben“, so Reul. Doch Meldungen seien wichtig, damit die Polizei handeln könne. Im Hochsauerlandkreis passieren jedes Jahr mehrere Fälle von Betrug an älteren Menschen. "Der Schaden liegt dabei oft im fünfstelligen Bereich", so ein Sprecher der HSK-Polizei. Ein Beispiel aus Brilon: Dort war eine Senioren Ende August Opfer von Betrügern geworden. Sie erhielt laut Polizei einen sogenannten Schockanrufen, bei denen Betrüger einen mittleren fünfstelligen Betrag erbeuteten. Die Täter behaupteten, ein Angehöriger habe im Ausland einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht; nur gegen Zahlung einer hohen Summe könne er einer Inhaftierung entgehen.
Banden aus dem Ausland:
Hinter den Betrügereien stecken oft professionelle Banden aus dem Ausland. Sie zielen gezielt auf hilfsbereite Menschen ab. Neben Festnetz-Anrufen nutzen die Täter inzwischen auch Messenger-Dienste wie WhatsApp, um sich als Tochter, Sohn oder Enkel auszugeben. So kann jeder zum Opfer werden. Ziel bleibt immer: Geld erbeuten.
Viele ältere Menschen kann die Polizei über soziale Medien nicht erreichen und Aufklärung betreiben. Deshalb sollten Angehörige von älteren Menschen diese für die Betrugsmasche sensibilisieren.
Betrugsmaschen erkennen:
Kriminalhauptkommissar Oliver Milhoff ist bei der Kreispolizeibehörde HSK für kriminalpolizeiliche Präventionsfragen zuständig. Der Experte gibt Hinweise und Handlungsempfehlungen:
- Ruhe bewahren: Behörden fordern niemals telefonisch Zahlungen
oder üben Druck aus.
- Misstrauen zeigen: Keine Anweisungen zu spontanen Überweisungen
oder Bargeldübergaben befolgen.
- Eigenständig prüfen: Legen Sie auf und kontaktieren Sie den
betroffenen Angehörigen über die Ihnen bekannte Nummer oder
wählen Sie den Notruf 110.
- Offizielle Kanäle nutzen: Klären Sie Sachverhalte direkt mit der
Polizei, Krankenhäusern oder Behörden.
- Vertrauenspersonen einbeziehen: Sprechen Sie mit Angehörigen,
Nachbarn oder Ihrer Polizei.
- Verdachtsmomente melden: Jeder Hinweis hilft, weitere Opfer zu
verhindern.