
Der Weihnachtsbaum bleibt erschwinglich, das sagt der Sprecher der Weihnachtsbaumerzeuger im HSK Eberhard Hennecke aus Sundern zum Start der Weihnachtsbaumsaison heute. Hennecke ist auch Vorsitzender der Fachgruppe Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger im Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen. Der Weihnachtsbaum ist unangefochten das Symbol für das Fest der Liebe im eigenen Wohnzimmer. Er steht auch für regionale Landwirtschaft, Artenvielfalt und Klimaschutz, so die Weihnachtsbaumerzeuger.
Schlanke Nordmanntannen sind beliebt
Da eine gerade gewachsene, eher schlanke Tanne bei Kunden gefragt ist, kürzen die Anbauer im Sommer die jungen Triebe ein, damit der Wuchs nicht zu breit wird. „Die Pflege unserer Weihnachtsbäume ist eine ganzjährige Aufgabe“, sagt Eberhard Hennecke. Er baut selbst Weihnachtsbäume im Sauerland an und sagt das gerade auch nicht perfekte Bäume mit 2 Spitzen oder einem etwas gekrümmten Stamm trotzdem gekauft werden. Denn ein Weihnachtsbaum ist ein Naturprodukt. Schlanke Nordmanntannen sind gefragt, da sie sich gut schmücken lassen.
23 - 30 Euro pro Meter Nordmanntanne
Der Preis liegt in diesem Jahr je nach Qualität bei 23 bis 30 Euro pro Meter. Früher gab es den Meter Nordmanntanne ab 21 Euro. Der Preis sei akzeptiert, so Hennecke.
Der Adventsbaum ist bei vielen Haushalten nach wie vor beliebt. Wenn er die ganze Adventszeit in der Wohnung stand, wird kurz vor dem Fest nochmal ein neuer Baum gekauft. In manchen Familien haben auch Kinder einen eigenen kleinen Baum in ihrem Zimmer. Familien zelebrieren oft den Weihnachtsbaumkauf, weiß Hennecke.
Am 3. Advent werden die meisten Bäume verkauft
Das wichtigste Wochenende für den Verkauf ist das 3. Adventswochenende. Dann werden die meisten Bäume verkauft. Bei gutem Wetter kommen an den Adventswochenenden auch viele Käufer aus dem Ruhrgebiet oder anderen Regionen, um ihren Baum im Sauerland beim Erzeuger zu kaufen. Viele Höfe bieten beim Kauf Event. Regionalität ist auch bei Weihnachtsbaumkauf ein großes Thema.
Je nach Größe wachsen Weihnachtsbäume neun bis zwölf Jahre auf dem Feld. Extremwetterereignisse wie lange Trockenperioden, Sturm oder Hagel bedrohen die Kulturen immer häufiger. In diesem Jahr gab es im Frühjahr noch Spätfröste, die aber ohne große Folgen blieben. In Dänemark, das ebenfalls ein wichtiges Anbauland ist, sah das andere aus. Von dort werden in diesem Jahr rund eine Million Bäume weniger kommen, da Kälte in Dänemark für erhebliche Frostschäden gesorgt hatte.
7 Millionen Bäume kommen aus dem HSK
Jährlich werden in Deutschland rund 23 Millionen Weihnachtsbäume verkauft. Sieben Millionen Weihnachtsbäume werden davon im Sauerland produziert. Mit rund 18.000 Hektar Anbaufläche ist Südwestfalen eines der größten Anbaugebiete in Europa. Ein Viertel aller Weihnachtsbäume wird direkt beim Erzeuger gekauft. Ein weiteres Viertel im Straßenhandel und der Rest im Supermarkt oder in Garten- und Baumärkten. Blaufichte und Nobilis liegen weit hinter der Nordmanntanne. Der Anteil der Biobäume liegt bei deutlich unter 15%, so Hennecke. Der Biobaum habe sich zwar etabliert, aber die Standards seien auch bei normalen Bäumen hoch, so Hennecke. Am 8.12. ist Tag des Weihnachtsbaumes.