
Allein im letzten Jahr musste die Polizei bei uns 38-mal in der Silvesternacht eingreifen. "Dabei ging es vor allem um Körperverletzungen und Sachbeschädigungen. Ruhestörungen und das Zünden von illegalen Böllern waren ebenfalls Thema", so Maximilian Mertin, Polizeisprecher der Kreispolizeibehörde Hochsauerland. Die Polizistinnen und Polizisten sind in der Nacht verstärkt auf Streife. "Um effizient die Sicherheit gewährleisten zu können, sind wir auch auf Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen.", so Mertin. In der Silvesternacht werden in Nordrhein-Westfalen mit 7600 Beamten mehr Polizisten im Einsatz sein als vor einem Jahr. Das Polizeiaufgebot werde damit noch einmal um 200 Polizisten aufgestockt. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) rief zu einem friedlichen Jahreswechsel auf. Wer randaliere oder Einsatzkräfte angreife, werde konsequent aus dem Verkehr gezogen. Die meisten Menschen gingen verantwortungsvoll mit Feuerwerk um, dort aber, wo Pyrotechnik zur Gefahr werde, greife die Polizei ein, so Reul.
Feiern, Feuerwerk und volle Straßen stellten Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste in der Silvesternacht regelmäßig vor große Herausforderungen. Neben Bränden, Unfällen und medizinischen Notfällen komme es immer wieder auch zu Einsätzen im Zusammenhang mit Alkohol und Pyrotechnik, so Reul.
Feuerwehr durch Böller vermehrt im Einsatz
Die Feuerwehren müssen in der Silvesternacht verhältnismäßig oft ausrücken. In der vergangenen Silvesternacht gab es zum Beispiel in Arnsberg mehrere Kleinbrände. Die konnten jedoch dank des schnellen und professionellen Eingreifens der Feuerwehrkräfte zügig unter Kontrolle gebracht werden, so die Feuerwehr Arnsberg. Ein Balkonbrand in der Wetterhofstraße in Arnsberg konnte durch den Löschzug Arnsberg und die hauptamtlichen Kräfte der Wache Arnsberg über die Drehleiter erfolgreich gelöscht werden. Die Feuerwehr Olsberg-Bigge musste in der Silvesternacht auch zu brennendem Müll ausrücken. Die Polizei sprach damals von einem ruhigen Jahreswechsel. An manchem normalen Wochenende hätte die Polizei im Hochsauerlandkreis mehr Einsätze, so die Polizeileitstelle.
Böllerverkauf und Verbot
Auch bei uns im Sauerland läuft seit Montag der Verkauf von Feuerwerkskörpern. In vielen Supermärkten und Discountern werden Raketen, Batterien und Böller verkauft. Die Bezirksregierung warnt vor dem Kauf von Böllern und Raketen ohne Zulassung. Die legalen Feuerwerkskörper haben ein CE-Zeichen und eine Registriernummer. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirksregierung Arnsberg überprüfen, ob die Feuerwerkskörper im Handel richtig gelagert und die Vorschriften beim Weiterverkauf eingehalten werden. Dabei werden zum Beispiel die zugelassene Höchstlagermenge sowie Fluchtwege und Notausgänge überprüft. Gezündet werden dürfen Böller und Raketen nur an Silvester und Neujahr. In NRW gilt ein Böller-Verbot rund um Kirchen, Krankenhäuser, Alten- und Kinderheime sowie rund um besonders brandempfindliche Gebäude (z.B. Fachwerkhäuser).
Immer häufiger gibt es auch Kritik am Feuerwerk. So warb die Deutsche Umwelthilfe (DUH) in Berlin für ein Böllerverbot an Silvester. Ein Großteil der Menschen in Deutschland und ein breites Bündnis rund um die Umweltschutzorganisation wünsche sich so wörtlich „eine Silvesternacht ohne tausende Verletzungen, millionenfaches Tierleid, Müllberge und gefährliche Luftverschmutzung“, teilte die Umwelthilfe mit. Auch bei uns im Sauerland wächst der Wiederstand gegen das Böllern. "Für alle Tiere, egal ob Hund, Katze, Maus, ist es jedes Jahr eine Qual, wenn draußen zum Jahreswechsel Millionen von Euro in die Luft geballert werden. Ja, es ist noch immer ein Brauch, aber das wissen heute nur noch die wenigsten. Für die meisten ist es nur noch ein Ritual, sich mit dem Nachbarn oder Freunden zu duellieren, wer den größten oder teuersten Böller hat. Welches Farbenspiel am besten aussieht.", so Mirco Meier, 1. Vorsitzender vom Katzenschutzbund Arnsberg e.V.. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Katzenschutzbundes sammeln die verschreckten Tiere wieder ein. Diese Tiere sind auch oft nicht identifizierbar, da sie auch nicht gekennzeichnet sind über einen Chip bzw Tattoo, so Meier.