
Wie geht es dem Wald in NRW? Antworten darauf liefert einmal im Jahr der Waldzustandsbericht, für den im Sommer auch im Sauerland umfangreiche Untersuchungen durchgeführt worden sind. NRWs Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen hat den Bericht jetzt vorgestellt. Das Ergebnis: Nach vielen schwierigen Jahren für den Wald ist eine leichte Entspannung ist erkennbar, aber noch keine Trendwende. „Dem Wald in Nordrhein-Westfalen geht es etwas besser als in den vergangenen Jahren, die seit 2018 stark von der Borkenkäferplage und ihren Folgen geprägt waren. Nach mehreren schweren Jahren gewinnt der Wald leicht an Kraft und damit gewinnen wir auch mehr Zeit für die notwendige Anpassung an den Klimawandel“, so Gorißen bei der Vorstellung des Berichts. Die Ministerin weiter: „Die Wälder konnten von den guten Witterungsbedingungen und ausreichender Wasserversorgung in den Waldböden profitieren, so etwa bei der Buche. Zudem nimmt die Fläche mit jungen Bäumen zu – der vorangetriebene Waldumbau wirkt. Dennoch sind vielerorts die Zustände der Bäume weiter kritisch – gerade bei der Eiche. Wir müssen die Widerstandsfähigkeit der Wälder weiter stärken und den Umbau zu starken Mischwäldern fortsetzen. Die Wiederbewaldung bleibt eine Generationenaufgabe.“
Mehr gesunde Bäume
Die insgesamt niederschlagsreichen Jahre 2023 und 2024 sowie ein meist ausreichend nasses 2025 haben den Bäumen geholfen, die Schäden der vorangegangenen Extremjahre zumindest in Teilen auszugleichen. 29 Prozent der Bäume zeigten in diesem Jahr eine gesunde, dichte Baumkrone aus Blättern oder Nadeln. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Auch der Anteil der Bäume mit einer nur leicht verlichteten Krone hat sich vergrößert, und zwar um drei Prozent auf nun 37 Prozent. Dementsprechend hat sich der Anteil schwer geschädigter Bäume mit stark verlichteter Krone auf 34 Prozent und damit um fünf Prozent verringert. Insbesondere Eichen und Buchen in den höheren Lagen des Sauerlandes profitierten laut Bericht zuletzt von der Wärme im Jahr 2024 bei gleichzeitig ausreichend Niederschlägen. Außerdem hatten sich in diesem Jahr in den höheren Lagen des Sauerlands witterungsbedingt weniger Borkenkäfer entwickelt. Das Hochsauerland ist auch die letzte Region, in der noch ältere Fichten vorkommen, die besonders von Käfern und Dürre betroffen waren.
Weniger Waldbrände
In diesem Jahr war durch die einzelnen sommerlichen Trockenphasen die Bodenvegetation zeitweise sehr trocken, was zu rund 50 Waldbrände geführt habe, welche größtenteils menschlich verursacht wurden, heißt es. Die größten und häufigsten Brände sind dieses Jahr aus dem Bergischen Land, dem Sauerland und dem Arnsberger Wald gemeldet worden. Sehr gefährdet sind bereits durch Dürre und Borkenkäfer vorgeschädigte Waldflächen, auf denen das Feuer von der trockenen Bodenvegetation leicht auf die abgestorbenen Fichten übergreifen kann. Während die Waldbrandfläche mit 36,5 Hektar deutlich größer als im Vorjahr war, lag die Anzahl der Waldbrände unter der erhöhten Zahl der vorherigen Dürre- und Hitzejahre.
Förderung für die Wiederbewaldung wird fortgesetzt
Mit seiner absoluten Größe von 950.000 Hektar Wald gehört Nordrhein-Westfalen zu den waldreichsten Bundesländern. Auf vielen Schadflächen wachsen schon junge Bäume, doch die Wiederbewaldung bleibt eine wichtige Aufgabe. Deshalb bietet das Land Nordrhein-Westfalen zur Wiederbewaldung und zur Entwicklung klimaanpassungsfähiger Mischwälder vielfältige Unterstützungsangebote an: fachliche Empfehlungen, so etwa das Waldbau- und Wiederbewaldungskonzept, digitale Informationen über Waldinfo.NRW, vielfältige Beratungsgebote der Regionalforstämter, Schulungen und finanzielle Fördermöglichkeiten für den Waldbesitz.