Anzeige
Sauerländer Wälder etwas stabiler
Teilen:

Sauerländer Wälder etwas stabiler

Der Borkenkäfer stellt in diesem Jahr bisher keine Bedrohung für unserer Wälder dar

Veröffentlicht: Dienstag, 19.05.2026 09:49

Anzeige

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hat heute den Waldzustandsbericht 2025 vorgestellt. Danach gibt es eine leichte Entspannung. Allerdings ist nur etwas mehr als jeder fünfte Baum in Deutschland gesund. Radio Sauerland hat beim Leiter des Regionalforstamtes Oberes Sauerland, Frank Rosenkranz, in Schmallenberg nachgefragt, wie es dem Wald bei uns geht.

Grundsätzlich gelten die Aussagen des Ernährungs- und Landwirtschaftsministeriums bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2025 auch für das Sauerland. Es gibt aber auch gute Nachrichten: „ Dem Wald in Nordrhein-Westfalen geht es etwas besser als in den vergangenen Jahren, die seit 2018 stark von der Borkenkäferplage und ihren Folgen geprägt waren. Nach mehreren schweren Jahren gewinnt der Wald leicht an Kraft und damit gewinnen wir auch mehr Zeit für die notwendige Anpassung an den Klimawandel,“ so Rosenkranz.

Anzeige

Mehr Niederschläge in den vergangenen Jahren

Anzeige

Die letzten Jahre waren im Sauerland niederschlagsreich, wenn auch im Durchschnitt sehr warm. Die aktuelle Trockenheitssituation bewertet Rosenkranz differenziert: Während im Oberboden die Wasserversorgung gut ist, sieht es für die Waldböden bis in 1,80 m Tiefe nicht so gut aus. Das zeige der so genannte Dürremonitor Dürremonitor Deutschland - Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ. Daher stehen die im Frühjahr gepflanzten Kulturen gut dar, aber die Perspektive für den Sommer sei derzeit nicht gut, da kaum Reserven da sind. Die Klimawandelanpassung des Sauerländer Waldes besteht nach Aussage von Rosenkranz aus zwei Säulen: Die Wiederbewaldung der Störungsflächen im Forstamt Oberes Sauerland(rund 14.000 Hektar) und der Umbau der Waldbestände hin zu möglichst strukturreichen und diversen Mischwäldern. "Hier sind wir, unterstützt durch Förderprogramme des Landes, auf einem guten Weg." 

Borkenkäfer aktuell keine Bedrohung 

Aufgrund der bisher wechselhaften Witterung stellt der Borkenkäfer in 2026 derzeit keine Bedrohung dar. Wie dargestellt, hängt die weitere Entwicklung von der Wasserversorgung der Fichten vor allem im Sommer ab. Ist sie gut, können Einbohrversuche der Käfer mit Harz abgewehrt werden.

Anzeige

Viele Fichtenbesände sind dauerhaft verloren gegangen

Anzeige

Wie stark die Wälder in der Region bereits gelitten haben, zeigen die Zahlen der jüngsten Landeswaldinventur mit Datengrundlage aus dem Jahr 2022. Für das Regionaforstamt Oberes Sauerland ist festgestellt worden, dass rund 6.500 Hektar Fichte verloren gegangen sind. Das entspricht etwa 20 Prozent der Gesamtfläche. Das ist enorm und mache deutlich, wie tiefgreifend die Schäden in den vergangenen Jahren waren, so Frank Rosenkranz.

Bei den anderen Baumarten zeigt sich dagegen eine stabile Entwicklung. "Das ist ein wichtiges Signal, denn es zeigt, dass nicht der gesamte Wald gleichermaßen eingebrochen ist", so Rosenkranz.

Anzeige

Fichte bleibt für das Sauerland wichtig

Anzeige

Auch wenn sich in den vergangenen Jahren gezeigt hat, dass die Fichte Trockenheit und Hitze nicht gut verträgt - im Sauerland bleit sie weiterhin ein entscheidender Faktor. Im Bereich des Regionalforstamtes Oberes Sauerland stehen nach wie vor rund 9 Millionen Kubikmeter Fichtenvorräte - vor allem in den wuchsstarken Altersklassen zwischen 41 und 80 Jahren. Auch wenn die Fichte in der Klimadebatte oft kritisch gesehen wird, bleibt sie nach Ansicht von Rosenkranz für das Sauerland wirtschaftlich ein zentraler Rohstoff. Gerade für die holzverarbeitende Industrie in der Region sei diese Rohstoffbasis von großer Bedeutung.

Anzeige
Anzeige
Anzeige