
Die hohe Auslastung macht aktuell beiden Sauerländer Tierheimen zu schaffen. Insbesondere die hohe Anzahl an Katzen und Kitten ist im Moment ein Problem, so Emily Thies, Tierheimleitung im Mescheder Tierheim. Dabei handelt es sich vor allem um Wildfunde. "Da viele Tiere nicht kastriert sind, vermehren sich diese schnell. Wenn dann zum Beispiel die Mutter verstirbt, greifen wir ein, um die Kitten zu retten", so Thies. Die hohe Anzahl an Funden sorgt allerdings dafür, dass die Kapazitäten im Mescheder Tierheim am Limit sind. Die Aufnahme von Abgabetieren sei dort nicht mehr möglich, heißt es. Deswegen appelliert Thies auch an die Sauerländer Katzenhalter. „Lassen Sie ihr Tier bitte kastrieren“, so die Tierheimleiterin. Aktuell befinden sich in der Mescheder Einrichtung rund 30 Katzen und fünf Hunde. Für die Tiere werden bei den hochsommerlichen Temperaturen auch Hitzeschutzmaßnahmen ergriffen. In jedem Hundegehege steht zum Beispiel eine Strandmuschel mit Wasser, worin sich die Tiere abkühlen können. Außerdem werden die Hunde nur frühmorgens ausgeführt und es gibt Kühlmatten. Katzen seien nicht so stark von der Hitze betroffen, da sie im Gebäude untergebracht werden können, wo es kälter ist, so Thies.
Auch die Umbauarbeiten im Tierheim Meschede gehen voran. "Die zwei Rohbauten befinden sich aktuell in der Fertigstellung. Wenn alles glatt läuft, könnten die Arbeiten im nächsten Jahr abgeschlossen sein", erklärt Emily Thies. Für die Erneuerungsmaßnahmen wurden auch Zuschüsse beantragt, der Rest wird aus eigenen, spendenfinanzierten Mitteln gestemmt.
Lage im Briloner Tierheim
Auch die Tierschützer in Brilon melden eine sehr hohe Auslastung in ihrem Tierheim. Der Grund ist der gleiche wie in Meschede: viele Wildfunde von jungen Kitten. Aber auch Fälle, in denen Mutter plus Kitten vor der Tür ausgesetzt wurden, kamen schon vor, so Jana Miywirth vom Tierheim Brilon. Auch sie appelliert an Katzenbesitzer, die Tiere kastrieren zu lassen. "Wir können hier auch kaum noch Tiere aufnehmen. Zusätzlich kümmern wir uns oft auch um Wildkastrationen", so Miywirth.
Große Spendenbereitschaft von Sauerländern
Sowohl bei Sachspenden, also zum Beispiel bei Futter oder Reinigungsmitteln, als auch bei Finanzspenden seien die Sauerländer durchaus großzügig. Das berichten beide Tierheime. "Wir haben vor kurzem einen Spendenaufruf gestartet, nur kurze Zeit später hatten wir eine Riesenmenge an Katzennassfutter vor uns stehen. Wir waren einfach überwältigt", so Emily Thies vom Tierheim Meschede. Auch Geldspenden seien zahlreich eingegangen. "Auf das Geld sind wir auch angewiesen, da wir uns größtenteils daraus finanzieren", erklärt Thies. In Brilon sieht das Ganze ähnlich aus. Sowohl Sach- als auch Geldspenden gehen stetig ein, heißt es. Auf die Frage, was die beiden Tierheime am ehesten brauchen, ist die Antwort gleich: Futterspenden und Reinigungsmittel sind gerne gesehen.